BürgervereinElberfelderSüdstadt BürgervereinElberfelderSüdstadtBürgervereinElberfelderSüdstadtBürgervereinElberfelderSüdstadt BürgervereinElberfelderSüdstadt

Figuren am Rathaus kehrten zurück

Am 29. Mai wurden am Elberfelder Rathaus drei Bronzedenkmäler, die im Zweiten Weltkrieg zerstört wurden, wieder eingeweiht. Über 40 Jahre hatte das Standbild des bergischen Ritters mit seinem Knappen das 1900 eröffnete Elberfelder Rathaus geschmückt, ehe es mit den Kriegszerstörungen verloren ging. Jetzt hat der Elberfelder Ritter Arnold wieder mit seinem Pferd und dem treuen Begleiter den angestammten Platz in einer hochgelegenen Nische an der Fassade, an der Ecke zur Friedrichstraße hin, eingenommen.

Figurenschmuck am Rathaus
Der Rathauseingang mit dem wieder kompletten Figurenschmuck. Oben rechts: der bergische Ritter.


Dank der Initiative von Hans-Joachim Camphausen kamen viele Spenden von Bürgern, Firmen, der Jackstädt-Stiftung usw. zusammen, die eine Rekonstruktion des Kunstwerks ermöglichten, das einst von Professor Heinrich Günther-Gera geschaffen wurde und erst anderthalb Jahre nach der Einweihung des Rathauses an dem vorbestimmten Platz im Mai 1902 aufgestellt wurde.

ritter Arnold

Gerade enthüllt: Ritter Arnold mit seinem Knappen

Das Standbild zeigt einen Ritter zu Pferde, der von seinem Knappen durch eine Furt geleitet wird. Der Sage nach war er einst von einer feindlichen Schar jenseits des Rheins in arge Bedrängnis gebracht worden. Der treue Knecht kannte aber eine unbekannte Furt, durch die er seinen Herrn sicher ins rechtsrheinische Gebiet geleitete, während die feindlichen Krieger das Nachsehen hatten.

Da das Einwerben der Spenden auf erfreulich große Resonanz stieß, konnten jetzt auch zwei weitere Bronzefiguren des Rathauses rekonstruiert werden: „Wahrheit" und „Gerechtigkeit". Die beiden allegorischen Frauengestalten stehen nun wieder in den beiden Nischen, die die Freitreppe unmittelbar am Portal des Rathauses schmücken. Auch diese Bildnisse stammten ursprünglich von dem Künstler Heinrich Günther-Gera.

Die Wahrheit

Die Wahrheit besiegt die fauchende Schlange. Der Spiegel in der Hand ist hier nicht Sinnbild für Eitelkeit, sondern ein Symbol für Wahrheit und Reinheit.

Die beiden als Frauen dargestellten Tugenden wurden nun in freien Nachempfindungen von einer Düsseldorfer Gießerei angefertigt. Die Gestalt der Wahrheit tritt uns heute fast nackt entgegen, während ihre Vorläuferin von der Jahrhundertwende noch züchtig bekleidet war. Mit ihren Füßen zertritt die Wahrheit die Schlange, die in unserem Kulturkreis seit biblischen Zeiten ein Symbol für Falschheit und Böses ist. In der Nische rechts an der Freitreppe steht die Gerechtigkeit, deren Augen verbunden sind, um unparteiisch zu urteilen. Mit der einen Hand hält sie eine Balkenwaage, während sie mit der anderen Schwert und Gesetzbuch umfasst. Zusammen mit dem schmiedeeisernem Portal bilden die beiden Frauengestalten eine gelungene Einheit. In Kopfhöhe der beiden allegorischen Figuren kauern in Sandstein gemeißelte Männergestalten mit Gerätschaften, die an traditionelle Gewerbezweige unserer Stadt erinnern (Textil- und Metallverarbeitung).

Übrigens hat Herr Camphausen nach der erfolgreichen Aktion am Elberfelder Rathaus schon ein weiteres Denkmal anvisiert, das im Zweiten Weltkrieg verloren ging: das Armenpflegedenkmal am Kirchplatz. Es erinnerte an das Elberfelder System der Armenpflege, das seit 1850 zum Vorbild für viele weitere Städte wurde.

Die Gereichtigkeit Einweihungsfeier
Die Gerechtigkeit mit den Insignien ihrer Würde.
Hans-Joachim Camphausen und Oberbürgermeister Peter Jung bei der kleinen Einweihungsfeier auf dem Neumarkt.