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Umbau im Reformierten Gemeindestift für eine noch bessere Betreuung der BewohnerInnen

Zum diesjährigen 13. Familientag der offenen Tür des Reformierten Gemeindestifts am 23. August kamen wieder viele Besucher zur Blankstraße. Das Rahmenprogramm stand dieses Mal unter dem Motto "Zurück in die 50er Jahre". Im Durchgang vom Hauptgebäude zum Hochhaus wurde eine "Gasse der 50er Jahre" mit Bildern und Alltagsgegenständen präsentiert, an die sich die Älteren unter uns noch gut erinnern konnten. Die Terrasse des Hauptgebäudes über dem Haupteingang wurde wieder als Bühne genutzt, auf der kleine und große Mitwirkende ihr musikalisches Können zeigten. Und im Freigelände vom Kleinen Haus bis zum Hochhaus gab es einen bunten Basar mit vielen Informationsständen und Imbissmöglichkeiten. Dort gab es auch wieder einen Stand des Sozialverbands VdK, der frische Reibekuchen für einen guten Zweck anbot.

Bühne im Haupthaus

Blick aufs Haupthaus mit der als Bühne genutzten Terrasse


Das Gemeindestift hatte aber noch einen weiteren Anlass zum Feiern: das völlig neu gestaltete Kleine Haus wurde von Oberbürgermeister Peter Jung offiziell eröffnet. Das Kleine Haus, westlich vom großen Hauptgebäude und zur Augustastraße gelegen, war 1955 errichtet worden. Es verfügte über 32 Einzelzimmer, die aber weder eigene Toilette noch Dusche aufwiesen. Solche Standards sind heute nicht mehr zeitgemäß. Deshalb hat man das Kleine Haus komplett umgebaut. Ins Erdgeschoss und in die erste Etage zieht je eine Wohngemeinschaft mit 9 Bewohnern ein. Jeder Bewohner erhält ein eigenes Zimmer, dem ein separater Raum mit behindertengerechtem Duschbad und WC angeschlossen ist. Zusätzlich gibt es auf beiden Etagen ein geräumiges Pflegebad, wo man in einer Wanne ein Vollbad nehmen kann.


Ein wichtiger Grund für den Umbau des Kleinen Hauses ist aber nicht nur die Verbesserung der sanitären und wohnlichen Einrichtungen, sondern die Schaffung von Wohngemeinschaften, in denen an Demenz erkrankte Menschen angemessen betreut werden können. Denn diese Gruppe wird in unserer immer älter werdenden Bevölkerung in Zukunft deutlich anwachsen. Im Mittelpunkt jeder Wohn- oder Hausgemeinschaft steht ein großer Gemeinschaftsraum mit integrierter Küche. Dort können die Bewohner tagsüber an den Dingen des täglichen Lebens teilnehmen, wobei sie von besonders geschulten Mitarbeiter(inne)n unterstützt werden. Dabei ist weniger daran gedacht, die Bewohner(innen) aktiv bei der Hausarbeit zu beteiligen, als ihnen vielmehr durch geeignete Aktivitäten Anregungen und Reize zu vermitteln, die einen vielleicht eintönigen Heimalltag vermeiden werden. Dabei sollen die individuellen Fähigkeiten und Kräfte der Bewohner berücksichtigt und gefördert werden.

Das kleine Haus

Das Kleine Haus von Süden. Im Vorderbau befinden sich die beiden großen Gemeinschaftsräume der Wohngemeinschaften.

Zusätzlich zu den nach Süden gelegenen großen Gemeinschaftsräumen wurden Terrassen angebaut, um Sonne und frische Luft im Freien genießen zu können. Außerdem wurde im Außenbereich ein kleiner, in sich abgeschlossener Sinnesgarten geschaffen, wo die Bewohner weitere Anregungen finden. Übrigens hat man während der Umbauphase bewusst darauf verzichtet, Bewohner nach außerhalb umzuquartieren, um ihnen nicht den vertrauten Lebensmittelpunkt in der Blankstraße zu nehmen. Alle Bewohner(innen) konnten innerhalb des Gemeindestifts verbleiben.

In das erweiterte Dachgeschoss des Kleinen Hauses wurden vier jeweils rund 60 qm große Seniorenwohnungen gebaut, die über einen separaten Eingang mit Aufzug zu erreichen sind. Diese Wohnungen sind an den Hausnotruf angeschlossen. Bei Bedarf können die Mieter durch einen ambulanten Pflegedienst versorgt werden.

Ausstellungsstücke

Das Kleine Haus von Osten: für die Arztpraxen erhielt es einen geräumigen Anbau.

Auch das Untergeschoss des Kleinen Hauses wurde zum Innengelände hin durch Anbauten erweitert. Hier ziehen Arztpraxen ein. Das Team der internistischen und hausärztlichen Praxengemeinschaft von Dr. Karl-Hermann Greb und Dr. Wolfgang Rietz war im August schon eingezogen. In Kürze wird noch die neurologische Praxis von Herrn Dr. vom Brocke hinzukommen.

Der Umbau des Kleinen Hauses hat rund 2 Millionen Euro gekostet. Er ist der erste Meilenstein für das "Projekt 2015". Unter dem Titel "Ein Dorf im Leben unserer Stadt - voller Leben und Gemeinschaft" werden in den nächsten sieben Jahren die bestehenden Gebäude des Reformierten Gemeindestifts mit einem Kostenvolumen von mehr als 11 Millionen Euro komplett umgebaut und nach den neuesten Erkenntnissen der Altersforschung gestaltet. Wir haben das "Projekt 2015" im vorigen Jahr in Heft 2/2007 ausführlich vorgestellt. Klicken Sie auf:

Projekt-2015

Pflegebad

Das Kleine Haus hat jetzt zwei komfortable Pflegebäder.


Weitere Informationen:

Bericht über das Ausbauprojekt des Gemeindestifts in der Zeitschrift des Bürgervereins:
Projekt-2015

Buchbesprechung: Heta Kriener und Herbert Günther: "Vom Armenhaus zum Alten- und Pflegezentrum.
325 Jahre diakonisches Netz."
buch_gemeindestift.html

Senioren des Bergischen Gemeindestiftes: Mit dem Lions-Club auf Rheinfahrt:
gemeindestift-lions.html

Seniorenmittagstisch im Gemeindestift:
seniorenmittagstisch.html

Internetangebot des Reformierten Gemeindestiftes:
http://www.reformiertes-gemeindestift.de/homepage.htm