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Drogenberatung erweitert ihr Angebot

Am Döppersberg 22 ist die Beratungsstelle für Drogen- und Suchtprobleme seit über 15 Jahren ansässig. Jährlich sterben in Deutschland zehntausende Menschen an den Folgen von Alkohol-und Nikotinmissbrauch, dies sind die sogenannten legalen Drogen. Illegale Drogen sind Cannabis (Haschisch), Kokain, Opiate und Aufputschmittel, sowie Ecstasy, eine synthetisch hergestellte Droge, die euphorisierend wirkt und Hirnschäden verursacht. Die Zahl der Drogenopfer bewegt sich in Deutschland zwischen 2125 (1991) und 1477 (2003) Toten.

Heute weiß man, dass die früher verfolgte Zielperspektive einer "drogenfreien Gesellschaft" ein Wunschtraum ist. Deshalb konzentriert sich die Beratung auf die Drogenkonsumenten und ihre Angehörigen, um den Schaden für den Einzelnen zu begrenzen, als auch auf Prävention, um den gesellschaftlichen Schaden gering zu halten. 2007 wurden 634 Betreuungen und Beratungen durchgeführt, davon 155 Einzelkontakte, die sich wiederum in 70% selbst Betroffener und in 30% Angehörige aufteilen. Auch die ganze Problematik von Essstörungen, insbesondere bei Mädchen und Frauen, gehören zu den zentralen Aufgaben der Beratungsstelle. Die einzige Therapiegruppe zu diesem Thema gibt es seit 5 Jahren, im Jahr 2007 nahmen 15 Frauen daran teil, weitere 30 wurden in Einzelberatung und -therapie betreut.

Sitzbank

Für Betroffene und Angehörige eine wichtige Adresse: die Beratungsstelle für Drogenprobleme e. V. im Gebäude Döppersberg 22.

Seit Mitte September gibt es neue Räume am Döppersberg 34. "Checkpoint" ist die Anlaufstelle speziell für Jugendliche, die zwar schon mal mit Drogen in Berührung kamen, aber besser vom harten Kern der richtig Drogenabhängigen zu trennen sind, erläutert Dieter Marenz, Leiter der Drogenberatungsstelle.

Im "Checkpoint" werden drei Projekte eingerichtet. Unter dem Kürzel "FreD" finden Kurse für Jugendliche statt, die von der Jugendgerichtshilfe zur Drogenberatungsstelle geschickt werden zwecks "Frühintervention bei erstauffälligen Drogenkonsumenten". Im vorigen Jahr fanden bereits vier "FreD"-Kurse statt, in denen die Teilnehmer(innen) in kleinen Gruppen ihre eigenen Erfahrungen mit Rausch- und Risikosituationen überdenken und besprechen konnten. Dazu gab es u. a. einen erlebnispädagogischen Besuch in einer Kletterhalle und einen Theaterbesuch.

Das Projekt "Realize it" richtet sich an junge Leute zwischen 15 und 30 Jahren, die bereits regelmäßig Haschisch konsumieren, und bietet ihnen Hilfestellungen an, um den Konsum zu vermindern bzw. zu beenden.

Und das Projekt "Halt" (Hart am Limit) wurde in Zusammenarbeit mit dem Helios-Klinikum in Barmen (Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin) auf den Weg gebracht. Im Rahmen dieses Projektes werden Eltern von Alkohol trinkenden Jugendlichen beraten.

checkpoint

 Speziell an Jugendliche und junge Erwachsene wendet sich der "Checkpoint" im Haus Döppersberg 34. 


In enger Zusammenarbeit mit der Drogenberatungsstelle steht die Fachstelle für Suchtprophylaxe, die ihre Räume auch am Döppersberg 22 hat. Schwerpunkte ihrer Arbeit liegen in der Suchtvorbeugung von Alltagsdrogen, also Nikotin- und Alkoholprävention. Im vergangenen Jahr veranstaltete man zum Beispiel im CinemaxX "Jugend-FilmTage" zum Thema "Nikotin und Alkohol - Alltagsdrogen im Visier". Daran nahmen rund 1.700 Schüler-(innen) von 12 bis 18 Jahren teil. Im Umfeld der Filmvorführungen wurde bei verschiedenen Mitmachaktionen (Test, Spiel, Quiz) die Thematik vertieft.

Gute Erfahrungen machte man auch mit dem Theaterstück "Morgen hör ich auf". In diesem Einpersonenstück wird das Psychogramm eines Alkoholikers entwickelt. Die Zuschauer erlebten den psychischen, sozialen und körperlichen Verfall des Protagonisten. Das Stück wurde in zwölf Vorstellungen vor etwa 1.800 Zuschauern gespielt. Eine Aufführung fand sogar in der Justizvollzugsanstalt in Vohwinkel statt, mit der die Beratungsstelle für Drogenprobleme und die Fachstelle für Suchtvorbeugung ebenfalls zusammenarbeiten.

Mehr Informationen:
http://www.drogenberatung-wuppertal.de/