| Verantwortlich
ist man nicht nur für das, was man tut, sondern auch für das, was man
nicht tut.” Die genaue Quelle für dieses Zitat ist nicht bekannt. Es
wird sowohl dem chinesischen Philosophen Laotse, der vor über 2.000
Jahren lebte, als auch dem französischen Komödiendichter Molière vor
fast 400 Jahren zugeschrieben.
Unabhängig davon,
wann dieser Satz geprägt worden ist, bis heute trifft er den Kern
dessen, was das Engagement des Einzelnen für die Gemeinschaft ausmachen
sollte. Denn wie kann man glaubhaft über Verwaltung oder Politik
klagen, ohne sich selbst aktiv, statt lediglich verbal ins
gesellschaftliche Leben einzubringen. Reden lässt sich leicht und viel.
Aber Handeln braucht Zeit, Mut, Überzeugung und nicht zuletzt Verantwortungsgefühl.
Diese
Wahrheit hatten die Gründer des „Bürgerverein der Elberfelder Südstadt”
vor 100 Jahren erkannt und in Taten umgesetzt. Und bis heute bringen
sich engagierte Bürger nach wie vor ganz persönlich in die Belange
ihres Stadtteils ein.
Dies ist keine
Selbstverständlichkeit in einer Zeit, in der wir Menschen gern dem
Staat und seinen Verwaltungen die Verantwortung für das
Funktionierenunserer Gesellschaft übertragen. Der bekannte Psychologe
Alexander Mitscherlich hat das folgendermaßen beschrieben:
„Das Verhalten des Menschen wird in der sozialen Ebene durch die
Dreiheit von Triebgehorsam, Lerngehorsam und Gewissensgehorsam
reguliert - und außerdem ist er fähig, in allen Ebenen
ungehorsam zu sein.”
Die Gründer wie die heutigen
Mitglieder des „Bürgerverein der Elberfelder Südstadt” waren und sind
im wahrsten Sinne des Wortes ungehorsam und sind den Plänen städtischer
Institutionen nicht blindlings gefolgt. So manche Vorstellungen vom
„grünen Tisch” hat sich durch das Engagement des Vereins positiv
verändert. Auch das Bewusstsein der Bürger auf der einen, wie das von
Politik und Verwaltung auf der anderen Seite hat ist heute ein anderes,
als es das ohne den Verein wäre. Vor diesem Bürgerengagement und dem
Erfolg ziehe ich den Hut.
Die Sparkasse
verfolgt die Tätigkeit der Bürgervereine seit langem nicht allein mit
Sympathie. Sie unterstützt sie auch aus voller Überzeugung und ist -
u.a. - nicht ohne Grund Mitglied aller Wuppertaler Bürgervereine. Denn
Engagement für die Stadt und seine Bürger ist für die Sparkasse ein
wichtiger Teil des eigenen Selbstverständnisses. Handeln „Hand in Hand
mit dem Bürger” haben wir das vor ein paar Jahren einmal formuliert.
Im
Namen der Stadtsparkasse Wuppertal wünsche ich dem
„Bürgerverein der Elberfelder Südstadt” auch weiterhin viel
Erfolg und vor allem das Engagement vieler Menschen.
Peter H. Vaupel
|