Zu Ihrem
100-jährigen Jubiläum des Bürgervereins
sendet Ihnen die Wählergemeinschaft für Wuppertal
(WfW) im Rat der Stadt die besten Glückwünsche.
Im Jahr Ihrer Gründung 1907,
feierte der Verlag J.H. Born gerade das 25-jährige
Jubiläum des Adressbuches der Stadt Elberfeld. In diesem
Adressbuch ist Erstaunliches zu lesen, was das bürgerliche
Engagement in der Stadt auszeichnete.
Für den damaligen 8ten Bezirk der Elberfelder
Südstadt war der Rentner Wilhelm Gürten als
Schiedsmann zuständig. Man konnte in der städtischen
Badeanstalt am Brausenwerth von 6.30 Uhr bis 20.45 Uhr baden, im
Abonnement für jährlich 20,- DM. Alfred Hussels hatte
an seinem Haus, am damaligen Standplatz 4, ein Alarmläutwerk
des städtischen Feuerreviers mit drei Tönen. Bis zum
„vorm Holz" besorgten Dienstmänner der Stadtgemeinde
Elberfeld bestimmte Gänge, mit und ohne
Gerätschaften, zu bis 10 kg für 70 Pfennige.
Die religiöse Gesellschaft Südstadt traf sich jeden
Donnerstag in der Stadthalle. Der Distelbecker Frauenverein zur
Unterstützung notdürftiger Kranker und
Wöchnerinnen, trafen sich alle 14 Tage sonntags im Restaurant
Germania in der Bahnhofstraße 44. Der Schriftführer
des Elberfelder Verschönerungs-Vereins 'Stadtbaurat
Voß' organisierte die Pflege der vier Parkanlagen mit 242
Morgen Gesamtarenal, von der Augustastraße 72 aus. Der
Kegelclub Kasino traf sich jeden Samstagabend um neun Uhr bei Witwe
Güttemann am Grifflenberg 32. Die
Vergnügungsgesellschaft Eintracht traf sich alle 14 Tage
mittwochs im Distelbecker Hof. Die Lotteriegesellschaft Eintracht
Südstadt ebenfalls jeden Mittwoch in der Gaststätte
von Ernst Pfannkuchen in der Südstraße. Die
Vereinigung Konstantin im Restaurant zur Wolkenburg, allerdings geht
nicht hervor, welchem Zweck diese Vereinigung diente. Der
Homöopathische Verein Südstadt, mit seinem
Vorsitzenden Fabian, traf sich jeden Montagabend von 8.30 bis 11.00 Uhr
in der Stadthalle.
Diese Liste ließe sich unendlich fortschreiben. Bemerkenswert
war schon 1907, dass 16 Bürgervereine Elberfelds sich zum
Zwecke der Pflege des Gemeinsinnes in geselligem Verkehr und
Zusammenwirken in Bezug auf gemeinnützige Angelegenheiten,
wöchentlich getroffen haben.
Der Bürgerverein Südstadt reihte sich dann 1907
nahtlos in die über 400 Elberfelder Vereine und Organisationen
für das Allgemeinwohl der Stadt ein. Sie setzen heute diese
Tradition des bürgerlichen Engagements in unserer Stadt fort,
dafür möchte ich Ihnen im Namen meiner Fraktion
danken und Sie gleichzeitig ermuntern, dieses weitere 100 Jahre zu
ermöglichen.
Detlef Schmitz