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Vergleichsweise
kann sich der Südstädter
Bürgerverein als jung bezeichnen, denn in einer
Urkunde vom
17.4.1697 versprach Kurfürst Johann Wilhelm "Jan Weilern" von
der Pfalz die Apotheke zu unterstützen. Die Geschichte des
Unternehmens begann noch früher, ca. Anfang des 16.
Jahrhunderts, damals Turmhof/Ecke Poststraße legte der erste
Apotheker Peter Katernberg mit seinem noch namenlosen Unternehmen den
Grundstein für den Aufbau des Apothekenwesens in der Region.
Die Apothekerfamilie Mirken führte fast ein Jahrhundert lang
die Einhorn-Apotheke am gleichen Ort. Nach einigen Besitzerwechseln
zwischen 1738 und 1890 zog der Eigentümer Wilhelm
Köhne in die rasch wachsende Südstadt um. Im Zweiten
Weltkrieg wurde das ursprüngliche Haus zerstört, die
Apothekerfamilie Urbahn baute es aber wieder auf und nach Sigrid
Hoffmann, die die Apotheke 34 Jahre lang führte,
übernahm die heutige Inhaberin Christiane Sirrenberg 2005
dieses traditionsreiche Unternehmen.
"Diese
Tradition war das, was mich reizte! Ich hätte auch eine
Apotheke in der Stadt übernehmen können." Aber die
sympathische Apothekerin zog die Südstadt vor und eben nicht
nur die Südstadt, sondern vor allem die Menschen, die Kunden,
die Patienten, mit denen sie zu tun hat. "Jeder kennt jeden! Der Gang
zur Sparkasse dauert schon mal eine halbe Stunde". Genau das macht das
positive Leben in einem Stadtbezirk aus, auch in der Apotheke handelt
es sich überwiegend um Stammkunden. Die persönlichen
Gespräche, immer ein offenes Ohr für die
Nöte und Sorgen der Kundschaft zu haben ist eine Maxime, die
Christiane Sirrenberg und ihre Mitarbeiterinnen sich auf die Fahne
geschrieben haben. Insbesondere auf die kleinen Apotheken hat sich der
Druck durch das Gesundheitswesen erhöht. "Wir wirken mit viel
persönlichem Einsatz dagegen. Und wenn alle Stricke
reißen, kann man bei uns auch um 18.30 Uhr noch anrufen und
ich liefere im Notfall sofort".
Rückt
der Patient im reformierten Gesundheitswesen oft in den
Hintergrund und fühlt sich entsprechend entmündigt
und in der eigenen Entscheidungsfreiheit eingeschränkt, sieht
dies die Einhorn-Apotheke als ihre Chance, sie ist das Auffangbecken
für diese Sorgen. Und wenn man durch die Eingangstür
den Verkaufsraum betritt: mit seinen hohen weißen
Wänden und den großen dunklen Regalen aus massivem
Holz, in denen wie schon damals die alten
Apothekengefäße stehen, dann strahlt dies schon eine
gewisse Ruhe und Geborgenheit aus. Diese Atmosphäre verbunden
mit einem guten medizinischen Beratungsgespräch tut einfach
gut, vor allem wenn es einem gesundheitlich gerade nicht so gut geht.
Christiane Sirrenberg möchte alles tun um diese Tradition auch
viele weitere Jahre lang genau so zu erhalten, man sollte sie dabei
unterstützen.
S. B.
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