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Diaz de la Peña wurde im
Alter von
dreizehn Jahren bei einem Streifzug
durch die Wälder von einer Schlange ins Bein gebissen, das
daraufhin amputiert werden musste. Wenige Jahre
später machte er eine Lehre als Kolorist in einer
Porzellan-Manufaktur. Hier erkannte man seine künstlerische
Begabung, und ab 1825 erhielt er Malunterricht bei je einem
Landschafts- und Historienmaler. Fünf Jahre später
gab Diaz seine feste Anstellung in der Porzellan-Manufaktur auf und
widmete sich ganz der Landschaftsmalerei. Zunächst malte er
Bilder mit historischer und orientalischer Thematik. 1835 reiste er
erstmals nach Barbizon. Hier entwickelte er sich zum poesievollen
Landschaftsmaler mit besonderer Neigung für stimmungsvolle
Waldinterieurs, die oft von Nymphen, Bauernkindern oder anderen
ländlichen Wesen belebt sind. Diaz bevorzugte kleine Formate.
Seine Motive fand er im Wald von Fontainebleau, dessen
Schönheit er mit bezaubernder Leichtigkeit schilderte. 1864
ermutigte er Auguste Renoir, mit helleren Farben und in der freien
Natur zu malen.
Dupré
Auch Dupré war, wie Diaz,
ursprünglich Porzellanmaler. Bei
einem Aufenthalt in England 1834 lernte er die Werke von William Turner
und John Constable kennen. In Frankreich reiste Dupre durch viele
Provinzen und wandte sich ganz der intimen Landschaftsmalerei zu. Als
feiner Beobachter von atmosphärischen
Erscheinungen malte er gern Wolkenbildungen und Lichtwirkungen am
Himmel. Seine Landschaften sind oft von drohendem Sturm und Gewitter,
gewaltigen Bäumen und dunklen Gewässern
geprägt. 1845 übernahm er ein eigenes Atelier in
I'isle-Adam. Er zog sich aus dem Kreis der Schule von Barbizon
zurück und begab sich ans Ufer der Oise und in den Wald von
Compiegne, wo er nun malte.
Millet
Millet stammte aus einer
bäuerlichen Familie. Diese Herkunft
spiegelte sich immer wieder in der Wahl der Motive in seinem Werk
wider. Er studierte u.a. an der Ecole des Beaux-Arts in Paris bei dem
Historienmaler Paul Delaroche und befasste sich im Louvre mit den alten
Meistern. 1840 ließ er sich im heimatlichen Cherbourg und zwei
Jahre später in Paris als Porträtmaler nieder. Wegen
finanzieller Schwierigkeiten schuf er außerdem Bilder mit
mythologischen und biblischen Themen. Ab 1848 malte er Motive aus der
ländlichen Arbeitswelt. Als im Jahr darauf in Paris die
Cholera grassierte, zog er um nach Barbizon. In seinen Bildern finden
sich sozialkritische Darstellungen der Landarbeit. Ab 1860
rückte bei Millet die reine Landschaftsmalerei in den
Vordergrund. Er unternahm Reisen nach Vichy und in die Normandie und
fertigte auch viele Pastellzeichnungen an.
Rousseau
Théodore Rousseau, stammte aus Paris
und wurde Landschaftsmaler. Mit
seinen Freunden Diaz und Dupré ging er öfters in den Wald von
Fontainebleau. Er unternahm aber auch Reisen in die Auvergne, die
Normandie und die Bretagne, ehe er sich 1847 endgültig in
Barbizon niederließ. Rousseau hatte sich intensiv mit den
alten Niederländern beschäftigt und ihren Aufbau der
Landschaften, Stimmungen und Farben studiert. Er besaß etwa
50 Grafiken niederländischer Meister. Rousseau wurde zum
geistigen Führer der "Schule von Barbizon". Sein Werk gilt als
entscheidender Wegbereiter von der heroisierenden Romantik zur
nationalen realistischen Landschaftsmalerei in Frankreich. In seinen
Bildern dominiert die Natur, deren Zustände und Stimmungen er
eindringlich und genau wiedergab. Als wesentliches Gestaltungsmittel
diente ihm dabei das Licht. Rousseau hat als erster eine Landschaft vom
selben Blickpunkt aus zu unterschiedlichen Tageszeiten gemalt. Ein
Hauptmotiv ist der von der untergehenden Sonne beleuchtete Waldrand. Er
skizzierte seine Bilder in der Landschaft, führte sie aber
erst im Atelier aus.
Troyon
Constant Troyon erhielt als Sohn
eines Porzellanmalers seine
künstlerische Grundausbildung bei zwei in der
Porzellan-Manufaktur von Sèvres tätigen Malern. Anfang der
1830er Jahre bekam er Kontakt zu den Künstlern von Barbizon.
Troyon malte viele Jahre reine Landschaftsbilder, teils in
ungewöhnlich großen Formaten. 1847/48 reiste er in
die Niederlande, wo er die alten Meister des 17.
Jahrhunderts studierte, und nach Belgien. Nach seiner Rückkehr
nach Frankreich entwickelte sich Troyon mehr und mehr zum reinen
Tiermaler, reine Landschaftsbilder schuf er nur noch selten.
Fotografen
Außer den
Künstlern kamen auch Fotografen seit den
1840er Jahren in den Wald von Fontainebleau und nach Barbizon. Auch sie
waren fasziniert von den Motiven, die ihnen die Landschaft und das
dörfliche Leben boten. Mit ihren schweren Kameras - damals
noch mit Holzgehäusen konstruierte Plattenkameras für
großformatige Glasnegative - zogen sie auch in den Wald und
schufen eindrucksvolle Aufnahmen, die heute in Museen aufbewahrt werden.
Sieben Fotografen sind in diesem
Zusammenhang zu besonderer Bedeutung
gelangt: Alfred Briquet (1833-1880), Eugène Cuvelier (1837-1900),
Constant Famin (1827-1888), André Giroux (1801-1879), Gustave Le Gray
(1820-1884), Charles Marville (1816-1878) und Charles Nègre (1820-1880).
Briquet veröffentlichte
zwischen 1854 und 1880 mehrere Mappen
mit Fotografien aus dem Wald von Fontainebleau und vom Versailler
Schloss.
Cuvelier lernte schon früh
die Maler der Schule von Barbizon
kennen. Er ließ sich 1859 am Rande des Waldes von
Fontainebleau nieder, wo er immer wieder Aufnahmen machte. In ihrer
schönen Ausgewogenheit ähneln manche den
Gemälden des Freundeskreises von Millet, Rousseau und Corot.
Famin war ein Spezialist von
Naturaufnahmen im Wald von Fontainebleau
sowie von Genreszenen im ländlich-bäuerlichen
Umfeld, wo er auch öfters Kinder und Tiere in die Bilder
einbezog.
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Constant
Alexandre Famin: Im Wald bei
Fontainebleau, 1870
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Giroux erhielt 1825 ein Stipendium
für historische
Landschaftsmalerei und hielt sich bis 1830 in Rom auf, wo er gemeinsam
mit Corot und anderen italienische Landschaften und Genrebilder schuf.
Bei seinen Fotografien wandte er teilweise eine Mischtechnik an, indem
er die Negative im Himmel oder in der Landschaft veränderte.
Le Gray studierte zunächst
Malerei. Später
entwickelte er verschiedene fotografische Verfahren. Zusammen mit
Charles Nègre fotografierte er um 1849 erstmals Baum- und
Landschaftsmotive im Wald von Fontainebleau. 1860 schloss er sein
Fotoatelier in Paris und floh wegen hoher Schulden nach
Ägypten, wo er als Zeichenlehrer an Fachschulen arbeitete.
Marville wurde durch Fotos von
Skulpturen, Ansichten des Rheins und der
Pariser Architektur bekannt. In der französischen Hauptstadt
dokumentierte er den Zustand der Quartiere, ehe für die
Umgestaltung und Modernisierung durch Baron Haussmann zahlreiche
Häuser abgerissen wurden.
Nègre fertigte zunächst
Zeichnungen und Gemälde, wandte sich aber ab 1844
verstärkt der
Fotografie zu. Durch seine Straßen- und Genreszenen von Paris
wurde er zum Pionier der Momentfotografie.
Die reichhaltige Ausstellung zeigte
Gemälde, Zeichnungen und
Fotografien in anregenden Zusammenstellungen. Der Wald von
Fontainebleau, von der französischen Regierung zur Rodung
freigegeben, wurde auf Ersuchen der Künstler gerettet.
Napoleon III. ließ es 1853 als Naturschutzgebiet ausweisen -
ein frühes Beispiel einer Bürgerinitiative
für Umweltschutz.
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