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Türme
in Wuppertal Sie ragen mehr
oder weniger hoch in den Himmel, sind rund oder eckig und
dienen unterschiedlichen Zwecken: Türme. Einst wurden sie
zum Schutz von Burgen und Städten erbaut, weil sie von
erhöhter Warte aus den Blick bis weit in die Ferne
ermöglichten. So konnten die Wächter auf den Türmen
in der Antike und im Mittelalter heranrückende Feinde
frühzeitig erkennen und die Verteidigung einleiten. Seit
über tausend Jahren wurden auch Kirchtürme
errichtet, die auf lange Zeit alle anderen Bauten überragten.
Im späten 19. Jahrhundert kamen Wassertürme und
Aussichtstürme hinzu. Seit über fünfzig Jahren
werden auch Fernmeldetürme errichtet, die vor allem der
drahtlosen Übertragung von Ferngesprächen und
Fernsehprogrammen dienen. Nicht selten wurden Türme zu
Wahrzeichen einer Stadt. Auch in
Wuppertal gibt es eine Vielzahl von Türmen. Der
Wuppertaler Journalist Heinz Oelfke hat sich nun in seiner
Heimatstadt von West nach Ost, mit Abstechern nach Norden und
Süden, auf den Weg gemacht und viele Türme
fotografiert und in einem Bildband zusammengefügt. Cronenbergs
Wahrzeichen: die barocke Zwiebel auf dem Turm der reformierten
Kirche Die Mehrzahl
der Wuppertaler Kirchen stammt aus dem 19. und 20.
Jahrhundert. Die meisten von ihnen hat Oelfke in seinem Buch
vereint, auch wenn zum Beispiel die 1974 erbaute
Remigius-Kirche in Sonnborn fehlt, ein eigentümlicher
Zentralbau mit separatem Turm. Allerdings erhebt das Buch auch
keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Immerhin ist aber
das erst vor ein paar Jahren gebaute Minarett der Moschee an
der Gathe abgebildet. Die an einer
Hand abzählbaren Aussichtstürme unserer Stadt sind
aber alle unter den Abbildungen zu finden. Während man
den Bismarckturm und den Toelleturm regelmäßig
besteigen kann, sind der Weyerbusch-Turm (Nützenberg),
Von-der-Heydt-Turm (Kiesberg) und der Elisenturm (Botanischer
Garten) nur selten zugänglich. Letzteres gilt auch für
die beiden historischen Rathäuser am Elberfelder Neumarkt
und in Vohwinkel. Um
1830 wurde die Unterbarmer Hauptkirche erbaut, also zeitgleich
zur Elberfelder Laurentiuskirche. Auch die in
Wuppertal stehenden Wassertürme stellt Oelfke komplett
vor, ergänzt um den historischen Turm in
Solingen-Gräfrath, den ein Wuppertaler Unternehmen zu
einem modernen "Leuchtturm" mit Glaskuppel umgebaut
hat. Im weiteren Sinne zu den turmähnlichen Gebäuden
zählt der Herausgeber auch den stillgelegten Gaskessel in
Oberbarmen, für den noch keine neue Nutzung gefunden
wurde. Zu den
unverwechselbaren Wahrzeichen Wuppertals zählt auch der
Sparkassenturm mit seinen 19 Obergeschossen. Darüber
hinaus sind hier auch einige historische öffentliche
Gebäude mit schmucken Ecktürmen zu nennen, vor allem
die Stadthalle und das 1881 erbaute Restaurationsgebäude
des Zoologischen Gartens. Und an zwei historischen
Schwebebahnstationen (Werther Brücke und Landgericht)
wertet Oelfke die dekorativen Dachhauben an den
Treppenaufgängen als Türmchen. Das trifft wohl
besser auf die verglasten Treppenhäuser an der Endstation
in Oberbarmen zu. Und ziemlich spitzfindig bezeichnet der
Autor auch die stählernen Pylone, die das
Schwebebahngerüst über der großen
Straßenkreuzung am Alten Markt halten, als Türme.
Aber sie sind natürlich eine sehr beachtliche
Konstruktion. Aber auch in
den Wohnquartieren gibt es an manchen Häusern hübsche
Türmchen zu entdecken, etwa an der Ecke
Hochstraße/Ludwigstraße oder an der Ecke
Luisenstraße/Untergrünewalder Straße. Beide
finden sich in dem neuen Band. Und
schließlich sind auch die beiden Fernmeldetürme vom
Westfalenweg und Jung-Stilling-Weg (Rigi Kulm) gut abgebildet.
In den Textzeilen dazu dürfte aber mancher Leser die
Stirn runzeln, wenn Heinz Oelfke zweimal den Turm auf den
Nordhöhen als den "kleineren Bruder" von Rigi
Kulm bezeichnet. Immerhin ist der Turm auf den Südhöhen
knapp 100 Meter hoch, während der nördliche Partner
etwa 133 Meter in die Höhe ragt. Und wenn der Autor dann
auch noch die Fernsehtürme in Berlin, Köln und
Düsseldorf als "niedrige Fernsehtürmchen"
belächelt, wirkt etwas skurril angesichts des immerhin
365 m hohen Fernsehturms in Berlin (Alexanderplatz), des 243 m
aufragenden "Colonius" in Köln oder des 236 m
hohen "Rheinturms" in Düsseldorf. Den von
Oelfke für "Rigi Kulm" beanspruchten
Spitzenplatz erreicht dieser nur im Hinblick auf seinen
topographischen Standort über Normalnull (330 m). Aber insgesamt
bietet Oelfkes Buch mit rund 100 Fotos, von denen etwa die
Hälfte farbig ist, gute Anregungen, die Heimatstadt
einmal aus etwas anderem Blickwinkel als gewohnt zu
betrachten. Heinz Oelfke:
Wuppertaler Türme. Mehr
Informationen: http://www.suttonverlag.de/shop/produkt_nordrhein-westfalen_wuppertaler_tuerme_998.php
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