Umbaumaßnahmen in der GGS Reichsgrafenstraße 36

Jahreszahlen


Baugeschichte im Telegrammstil: Unter der Traufe erinnern drei Jahreszahlen an die Entstehungszeit, die Kriegszerstörung und den Wiederaufbau des Schulgebäudes. Nach weiteren 52 Jahren erfolgt nun eine umfassende Sanierung.



Versprochen waren die neuen Fenster für die Gemeinschaftsgrundschule (GGS) schon seit 1999 in einem Gespräch mit dem Leiter des Gebäudemanagements Wuppertal (GMW), Dr. Hans Flunkert und dem Stadtverordneten Andreas Mucke, der sich hier für die Schule und notwendige Maßnahmen einsetzte. Kaum einer in der Schule wollte aber, nachdem mehrere Jahre vergangen waren, so recht daran glauben, dass die Stadt in absehbarer Zeit in unser altes und erhaltenswertes Schulgebäude investieren und diese Pläne umsetzen würde.

Dann aber kam eines Tages im letzten Jahr die Nachricht des GMW, dass Umbaumaßnahmen im Gebäude unserer Schule für die Jahre 2006/07 geplant seien. In Informationsgesprächen wurden die Pläne der Stadt erläutert. Es würde nun eine gründliche Sanierung geben. Nicht nur die Fenster sollten ausgetauscht werden, sondern auch die Heizungs-, Sanitär- und Elektroanlage.

Weiterhin war geplant, in allen Räumen endlich eine Internetverbindung zu legen und die Computer der Schule miteinander zu vernetzen, damit anschließend so gearbeitet werden kann, wie es die Richtlinien der Grundschule vorschreiben. So gab es viel zu bedenken und immer wieder Veränderungen in die Pläne einzubauen.

Eine weitere Maßnahme sollte parallel dazu umgesetzt werden. Sie betraf unsere Offene Ganztagsgrundschule, die inzwischen täglich und in den Ferien 100 Kinder unserer Schule betreut.


Wanddurchbrüche zwischen
den Klassenräumen



Um die Räume der Schule multifunktional, das heißt, sowohl für den Offenen Ganztag, als auch für den Unterricht und für außerunterrichtliche Veranstaltungen der Schule nutzen zu können, wurden Wanddurchbrüche zwischen den Klassenräumen vorgesehen.

Für die Mittagsversorgung wurde der Umbau der Schulküche aus den Zeiten, als hier noch eine Hauptschule bestand, in eine Versorgungsküche, Speiseräume und eine Schülerküche geplant.

Die Renovierungsarbeiten sollten in zwei Abschnitten stattfinden und sich bis zum Sommer 2007 hinziehen. Der Beginn der Handwerker wurde für die Zeit um die Osterferien 2006 herum geplant, verzögerte sich dann aber noch um gut zwei Monate.


Umzugskartons packen



Für uns Lehrer und die Schüler begannen die Maßnahmen dann einige Wochen vor den Sommerferien. Nun hieß es, alles in Umzugskartons packen, was in den Klassen, Lehrmittelräumen, Fluren und im Lehrerzimmer hing, stand und lag. Umzugsakartons in großen Mengen wurden angeliefert, zunächst 200 Stück. Diese waren schnell gefüllt und es mussten weitere nachgeordert werden. Insgesamt wurden zwischen 400 und 500 Kisten gepackt!

Damit die Arbeiten mit Ferienanfang beginnen konnten, machten Schüler, Schülerinnen, Betreuerinnen und Lehrerinnen am vorletzten Tag einen Schulausflug in den Zoo. Die Möbelpacker konnten so in den Räumen, die nicht für den Unterricht benötigt wurden, mit ihrer Arbeit beginnen.

Auch das Büro musste vorübergehend in einen anderen Raum ziehen. Dazu war es nötig, Telefonkabel, Stromleitungen und den Internetanschluss zu verlegen, damit weiter gearbeitet werden konnte.

Am letzten Schultag, die Kinder waren bereits in die großen Ferien entlassen worden, begannen die Möbelpacker mit der Räumung der Klassen. Alle Tische, Stühle, Schränke, Kisten und andere Dinge standen dann, nach beendeter Aktion, in sechs Räumen eng zusammengestapelt. Bemitleidenswert war derjenige, der nun in den nächsten drei Monaten unvorhergesehenerweise etwas aus diesen Räumen benötigte, seien es Akten, Instrumente oder falsch gestapelte Schulbücher.


Büroarbeit mit
Hindernissen



Büroarbeit in der ersten Ferienwoche hieß für mich nun fast jeden Tag:

- Den Elektriker im Haus suchen, da kein Strom im Büro war.

- Die Störungsstelle anrufen, da das Telefon oder das Internet nicht zur Verfügung stand.

- Den Anrufbeantworter neu besprechen, da die Ansage durch den Stromausfall verloren gegangen war.

Viele Handwerker waren von nun an täglich auf der Baustelle und man konnte die Fortschritte sehen.

Mauerdurchbruch


Noch als Loch in der Mauer zeigten sich Ende September die neuen Verbindungen zwischen den Klassenräumen.



Gut drei Wochen später sah es chaotisch aus. Eine dicke Staubschicht hatte sich über das gesamte Gebäude ausgebreitet. Löcher in den Wänden, Toilettenräume ohne Toiletten und die Außenmauer-Ziegelsteine waren zu sehen. Baustellen wohin man sah, von der Aula in der obersten Etage bis hinein in den Keller! Dabei sah das Gebäude von außen, trotz des Gerüstes, mit den neuen Fenstern im ersten Bauabschnitt, schon recht ansprechend aus. Noch drei Tage vor dem Ende der Sommerferien waren große Bedenken angebracht, ob ab Mittwoch hier wieder Unterricht stattfinden könnte.

Die Frauen von der Gebäudereinigung leisteten hervorragende Arbeit und so betraten die Kinder an ihrem ersten Schultag ein zwar immer noch im Umbau befindliches, aber gereinigtes Gebäude.

Doch auch die Kinder mussten sich auf Veränderungen einstellen:

- In den Klassenräumen hingen die noch nicht angeschlossenen Elektroleitungen.

- Die Türdurchbrüche waren mit Pressspanplatten verschlossen.

- Die Wände in den Klassenräumen und in den Fluren waren nur abgespachtelt.

- Nur die Hälfte der Toiletten stand zur Verfügung.

Kurz gesagt: überall Baustelle!

Eine Maßnahme, die nun notwendig wurde, gefiel den Kindern besonders gut: Etwa sechs Wochen lang funktionierte der Schulgong nicht. Am Ende der Pause nahmen die Kolleginnen die gute, alte Schulglocke wieder zur Hand und riefen so die Kinder zum Unterricht.

Fenster

Die neuen Fenster benötigen zwar ein etwas kräftigeres Profil, um die schwerere Doppelverglasung zu halten. Aber auch die modernen Kipp- und Drehflügel werden dem Denkmalschutz gerecht.



Inzwischen sind weitere Wochen vergangen und die Herbstferien verstrichen. Die Schulglocke läutet wieder, wenn auch noch nicht immer zu den richtigen Zeiten. Zargen für die Verbindungstüren sind eingesetzt. Das Licht in den Fluren funktioniert. Am 20. Oktober konnten wir unser neues Lehrerzimmer erstmalig benutzen. Leider gestaltete es sich ein wenig schwierig, den begehrten Pausenkaffee zu kochen, denn es gab in der Lehrerküche für die Kaffeemaschine keine Steckdose. Eine Kabeltrommel musste hier zunächst weiterhelfen.

Bis zum nächsten Sommer wird nun in den nicht angestrichenen und nur verputzten Räumen gearbeitet werden müssen.

Mit den Osterferien beginnt der zweite Bauabschnitt. Dann heißt es für drei Klassen: Kisten packen. Die Klassen werden dann in Container auf dem Schulhof umziehen. Hier werden die Schüler in der Zeit bis zu den Sommerferien unterrichtet werden. So geht man beim GMW davon aus, bis zum Ende der nächsten Sommerferien das gesamte Gebäude saniert zu haben. Wir wünschen uns sehr, dass sich das Gebäudemanagement auch entschließt, den Fußboden in der Schule im Rahmen dieses Bauabschnitts zu erneuern, da er in allen Etagen viele breitere und schmalere Risse zeigt. Wenn das gesamte Haus saniert ist, sollte auch der Fußboden dazu passen.

Nach einem Jahr Bauzeit können wir dann hoffentlich zu Beginn des Schuljahres 2007/2008 die neuen und "alten" Schüler in unserem renovierten Gebäude willkommen heißen.

Katharina Klose, Rektorin

Mehr Informationen:

www.reichsgrafenstrasse.de/