175 Jahre Carl-Fuhlrott-Gymnasium

In diesem Jahr feierte das Carl-Fuhlrott-Gymnasium (CFG) auf den Südhöhen sein 175-jähriges Bestehen. Der Anfang wurde im Jahre 1830 gesetzt, als man in der Herzogstraße die "Höhere Bürger- oder Realschule Elberfelds" eröffnete. Im Gründungsprogramm hieß es: "Die neue Anstalt will für die höheren Gewerbe, für den ausgebreiteteren Handelsverkehr, für den größeren landwirtschaftlichen Betrieb allgemein ausbilden. Sie will vorzugsweise für das Leben lehren, ohne jedoch für einen ganz abgeschlossenen Kreis der bürgerlichen Tätigkeit vorbereiten, ohne also eine Spezial-Schule für irgend ein Fach sein zu wollen." In den Lehrplan wurden deshalb französischer, englischer und italienischer Sprachunterricht aufgenommen.

Fuhlrott-Gymnasium
1900 bis 1975 war das Gymnasium in dem verklinkerten Gebäude an der Aue angesiedelt. Heute befindet sich dort die katholische Hauptschule Wuppertal West (Bundesallee 30).

Unter den ersten Lehrern der Realschule befand sich Carl Fuhlrott, der wichtige Beiträge zur naturwissenschaftlichen Erforschung des bergischen Landes leistete und der die Knochenfunde im Neandertal als Überbleibsel eines altsteinzeitlichen Menschen bestimmte.

Fuhlrott-Gymnasium
Im Schulzentrum Süd am Jung-Stilling-Weg befinden sich das Carl-Fuhlrott-Gymnasium und die Friedrich-Bayer-Realschule unter einem Dach.


Im Jahre 1884 erhielt die Schule die Bezeichnung Realgymnasium, das 1900 ein großes neues Schulgebäude an der Aue bezog. Unter dem damaligen Schulleiter Dr. Heinrich Boerner wurde nun auch eine Eingangsklasse (Sexta) eingerichtet, die mit Latein begann, während der andere Klassenzug Französisch als erste Fremdsprache bot. Im Jahre 1907 gingen etwa 800 Jungen hier zur Schule.

In den Jahres des Dritten Reichs erhielt das Gymnasium 1938 den Namen "Dietrich-Eckardt-Schule". Den Zweiten Weltkrieg überlebte das große Schulgebäude ohne Schäden, der Schulbetrieb war aber zeitweise nach Gera ausgelagert. Das Schulgebäude wurde damals von ausgebombten Geschäftsleuten benutzt, die hier ihre Betriebe weiterführen konnten.

Geschichte nach den
Kriegsjahren

Im Herbst 1945 wurde der Schulbetrieb wieder in der Aue eröffnet, der allerdings noch länger von Not und Mangel gekennzeichnet war. Schüler, die in den Kriegsjahren zum Militär einberufen worden waren, konnten bis 1949 in mehreren Sonderlehrgängen auf das Abitur vorbereitet werden. In den fünfziger Jahren wurden Kontakte zu Schulen in England und Frankreich mit gegenseitigem Austausch geknüpft. Mit dem Ausbau der Bundesstraße 7 zur Bundesallee wurde der Schulhof verkleinert; die Turnhalle musste in Richtung Alsenstraße verlegt werden. Eine Expansion der Schule auf dem bisherigen Gelände war nicht möglich. Daher gab es seit den sechziger Jahren Pläne, die Schule auf die Elberfelder Südhöhen zu verlegen. Hatte man zunächst an "Schreiners Wiese" gedacht (wo heute die Universität steht), entschied man sich schließlich für das heutige Gelände am Küllenhahn.

1975 zog das "Neusprachliche Gymnasium Aue" ins Schulzentrum Süd ein. Den großen Gebäudekomplex teilte man sich mit der Realschule, die aus der Pfalzgrafenstraße hierhin verlagert wurde und einer (inzwischen aufgelösten) Grundschule. Beim Umzug zum Küllenhahn wurde das bisherige Cronenberger Progymnasium (Berghauser Straße), das nur Klassen bis zur mittleren Reife umfasste, integriert. Von Cronenberg übernahm man die dort schon länger praktizierte Koedukation. Zu einer gemeinsamen Schule zusammengeschlossen wurden die beiden Schulen bereits 1970, der Unterrichtsbetrieb musste aber zunächst noch an den alten Standorten erfolgen. 1980 besuchten knapp 1400 Schülerinnen und Schüler das Gymnasium Süd.

Ab 1986 nach
Carl Fuhlrott benannt

1986 wurde die Schule nach Carl Fuhlrott benannt, der ab 1830 über 40 Jahre Lehrer an dieser Schule war. Die Schülerzahl sank in den achtziger Jahren bis auf 814 herab (1988). Seither steigt sie wieder kontinuierlich an und überschritt bereits 1995 die Zahl von 1000. In jenem Jahr brannte das benachbarte Sportzentrum ab. Daher musste der Sportunterricht zwei Jahre lang auf zehn verschiedene Sporthallen in Wuppertal verlagert werden, bis 1997 zwei neue Dreifachturnhallen eingeweiht wurden.

Computer
werden installiert

In den neunziger Jahren erkannte man, dass neben dem Ziel der allgemeinen Hochschulreife das Gymnasium sich stärker zur Arbeitswelt und deren Anforderungen hin orientieren musste. Nun wurden auch Computer in der Schule installiert. Für die Schüler(innen) der Jahrgangsstufe 11 wurde ein zweiwöchiges Praktikum zur Berufsorientierung eingeführt.

In jeder Schule gibt es unterschiedliche Schüler- und Lerntypen. Deshalb schuf man zum einen am CFG eine Begabtenförderung, bei der nicht nur die intellektuell hochbegabten Schüler gefördert werden, sondern auch diejenigen, die auf künstlerischem, musischem oder sonstigem Gebiet über besondere Fähigkeiten und Interessen verfügen. Auf der anderen Seite widmet das CFG Schülern mit Lernschwierigkeiten ein besonderes Augenmerk. Hierzu wurden "Förderinseln" eingerichtet, in denen man bestimmte Wissensgebiete mit Hilfe von Leistungsschülern nachholen kann; unter dem Stichwort "Förderplanarbeit" gibt es eine Wiederholung mit Hilfe von Lehrern erstellter Materialien. Die Förderung erstreckt sich auf die Fächer Deutsch, Mathematik, Englisch, Französisch und Latein.

Festakt
Der Festakt zum Schuljubiläum fand im großen Atrium des Schulzentrums statt


Seit dem Jahr 2001 wird Spanisch als neues Fach ab Jahrgangsstufe 11 angeboten. Im Jahre 2004 besuchten erstmals mehr als 1500 Schülerinnen und Schüler das CFG, im Jubiläumsjahr sind es mehr als 1550. Und das Lehrerkollegium umfasst rund 100 Lehrerinnen und Lehrer.

In der Schule gibt es u.a. eine Astronomie-AG, eine Theater-AG und eine English Drama Group, außerdem ein reichhaltiges Musikleben mit Chor und Orchester. Beim großen Festakt in der Schule am 23. September erlebten die Gäste, unter ihnen leider nur ziemlich wenig Ehemalige, ein abwechslungsreiches Programm, das die Abfolge der Grußworte und Ansprachen wohltuend auflockerte.

Chor und Orchester des CFG sangen und spielten u.a. Auszüge aus Carl Orffs „ Carmina Burana“

Verhüllte Pantomimik: Auftritt der Gruppe „ Geheimnis in Bewegung".

Mehr Informationen:

http://cfg.wtal.de/fset.htm