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Sie sind zwar kaum größer als
die Handfläche eines Erwachsenen, aber
wer aufmerksam durch die Innenstadt geht, dem müssten sie schon an der
einen oder anderen Stelle vor Häusern mal aufgefallen sein:
Pflastersteine mit Messingdeckplatten, auf denen Daten von Geburt und
Tod jüdischer Mitbürger oder anderer in der NS-Zeit Verfolgter
eingraviert sind, die bis zur Deportation hier gewohnt haben. Der
Kölner Künstler Gunter Demnig fertigt die "Stolpersteine" an, die durch
Spenden finanziert und von ihm verlegt werden.

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Am 23. März 2011 wurden u. a. zwei
Stolpersteine in der Elberfelder
Fußgängerzone vor dem Haus Schwanenstraße 46 ins Pflaster eingefügt.
Die Gedenksteine erinnern an das jüdische
Ehepaar Berthold und Margot
Horowitz. Obwohl sie 1939 nach Holland geflüchtet waren, wurden sie
nach der deutschen Besetzung zunächst im Lager Westerbork interniert,
aber 1943 ins Vernichtungslager Sobibar deportiert und ermordet.
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Seit rund zwanzig Jahren sind schon in ganz
Deutschland eine Vielzahl
solcher Plaketten verlegt worden, die uns daran erinnern, wo einst
Juden in unserer Nachbarschaft lebten. Beim ersten Wuppertaler
Geschichtstag, der im Frühjahr 2002 im Haus der Freien Evangelischen
Gemeinde in der Else-Lasker-Schüler-Straße veranstaltet
wurde, stellte Demnig sein Projekt der Wuppertaler Öffentlichkeit vor.
Die Stolpersteine erinnern an Schicksale einzelner Menschen, die damit
der Anonymität unzähliger Opfer des nationalsozialistischen Massenmords
entrissen werden und ihren Namen zurückerhalten. Inzwischen sind
tausende solcher Gedenksteine verlegt worden.
Auch in Wuppertal erinnern bereits einige Dutzend Stolpersteine an
ermordete Opfer der NS-Zeit. Der Verein Stolpersteine in Wuppertal e.V.
hat in den letzten Jahren mehrfach an Gunter Demnig Aufträge erteilt.
Im März 2011 wurden allein 15 Stolpersteine in Elberfeld verlegt, u. a.
auch in der Südstadt in der Markgrafenstraße 16. Hier erinnern die
Stolpersteine an die Familie Josef Bukofzer, seine Frau Berta, geb.
Levy, geschiedene Neubeck und die Töchter Edith, geboren am 21.2.1925
und Ruth, geboren am 28.1.1921.

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Bis 1933 lebte die Familie in der Moritzstraße
6, danach in der
Markgrafenstraße. Ab dem 1. Januar 1939 musste Herr Bukofzer wie alle
männlichen Juden, seinem Vornamen der Namen Israel, seine Frau, wie bei
allen weiblichen Juden den Namen Sarah hinzufügen. Vor der Deportation
wurde die Familie zwangsweise in einem sogenannten „Judenhaus" in der
Distelbeck 21 untergebracht. Am 10. November 1941 wurden die Eltern und
die Tochter Edith nach Minsk deportiert, hier verlieren sich die
Spuren, aber man geht von ihrer Ermordung aus. Der Tochter Ruth gelang
es nach England zu emigrieren. Sie überlebte wie ihr Stiefbruder Max
aus der 1. Ehe von Frau Bukofzer. In einem Informationsblatt des
Wuppertaler Vereins lesen wir: „Stolpersteine bieten eine Möglichkeit,
den Blick von der anonymen Masse der Millionen ermordeter Menschen auch
in unserer Stadt auf konkrete Personen zu richten. Gedenkstätten und
Mahnmale können dagegen bequem links liegen gelassen werden. Auf den
Stolpersteinen erhalten die Opfer ihre Namen wieder. Ihre Identität und
ihre Schicksale sind ablesbar. Sie heißen Stolpersteine, denn wer sie
im Vorübergehen sieht, soll im Geiste darüber stolpern, kurz innehalten
und die Eingravierung lesen. Unter der Überschrift ,Hier wohnte...'
wird
damit direkt vor dem Wohnhaus des Opfers ein Stück Geschichte in unser
alltägliches Leben zurückgeholt."
Weitere 12 Stolpersteine wurden in Wuppertal am 20. Juli 2011 verlegt,
darunter auch in der Südstadt. Zwei Steine erinnern an das jüdische
Ehepaar Richard und Mart(h)a Plaut. Sie wohnten in der Sandstraße 1,
die früher östlich der Blücherbrücke parallel zur Eisenbahn und
Cambrinusstraße verlief. Diese Straße und einige weitere kurze Straßen
(Kalkstraße, Felsenstraße, Am Winkel) existieren heute nicht mehr, da
hier die Post Anfang der 1970er Jahre ihren umfangreichen
Gebäudekomplex mit Gleisanschluss usw. ausbaute. Die Plauts wurden am
9.11.1941 nach Minsk deportiert, wo sie den Tod fanden.
Außerdem werden jetzt in der Augustastraße 54 zwei Stolpersteine
verlegt, die an das jüdische Ehepaar Michael Max und Meta Neumann
erinnern, die hier zuletzt wohnten, ehe sie im Sommer 1942 nach
Theresienstadt deportiert wurden und später im Vernichtungslager
Treblinka starben.
Gerhard Hense
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