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Ein Wahrzeichen der Südstadt wurde saniert:
Neueröffnung der Schwimmoper

Wasserfläche


Strahlende und fröhliche Gesichter bei jung und alt begegnen mir auf meinem Gang zur Wiedereröffnungsveranstaltung der Schwimmoper auf dem Johannisberg am Nachmittag des 25. März 2010. In einer Feierstunde soll das sanierte Stadtbad vom Gebäudemanagement an das Sport- und Bäderamt der Stadt Wuppertal übergeben werden. Zu diesem Festakt sind viele interessierte Bürgerinnen und Bürger, Mandatsträger aus Sport und Politik sowie eifrige Schwimmer jeden Alters in die sanierte Schwimmoper geladen. Ich gelange über einen der geöffneten Seiteneingänge in die „Elberfelder Oper", werde von freundlichen Damen des Bäderamtes begrüßt und begebe mich in die 1. Etage zur Zuschauertribüne West. Sofort fällt mir die enorme Helligkeit im neuen Stadtbad auf, die wohl erzeugt wird durch die bekannte große Glasfront am Hallenende, den hellen Wandanstrich und die vielen installierten Scheinwerfer für Fotografen, TV und Wettkampfübertragungen. 

Außenansicht

Die Schwimmoper 1999


Sodann gleiten meine Blicke auf die beiden großen Zuschauertribünen an den Seiten des sanierten Schwimmbeckens, auf denen auch ich Platz nehmen werde. Diese sind mit feiernden Gästen sämtlicher Generationen bis unter die Decke des Bades gut gefüllt, bieten jedoch mit einem Gesamtsitz-Platzangebot von 1550 Plätzen genügend Platz für Großveranstaltungen. Bei meinem Gang über eine neue Brücke, die die Tribünen miteinander verbindet, längs der großen Glaswand halte ich einen Moment inne und lausche den Klängen einer kleinen Einheit von Blechinstrumente blasenden Musikern des Wuppertaler Sinfonieorchesters. Ich frage mich: ist die Schwimmrichtung im Sportbecken nicht früher anders verlaufen? Später erfahre ich dann, dass man die Hauptschwimmrichtung tatsächlich um 90 Grad, gedreht hat, um den heutigen Anforderungen für Wettkämpfe auf der Kurzbahn zu entsprechen. Dann steige ich einmal die vielen Stufen einer Tribünenseite hinauf und blicke auf die vielen Akteure der Eröffnungsveranstaltung. Ruhig und majestätisch liegt das 30 x 25 m große und 2,10 m tiefe Schwimmerbecken in der Hallenmitte. Auch das Lehrschwimmbecken mit Unterwasserdüsen, Wasserspeier und Bodensprudler und das Kleinkinderbecken kann ich entdecken und natürlich auch die große Ansagerkabine am Durchgang zu den anderen Becken.

Nach der Sanierung
Die Schwimmoper nach der Sanierung 2010


Meine Gedanken gehen zurück in die frühen Sechziger Jahre, in denen ich durch eigene Besuche und den Schulsport mit dem Wasser der Schwimmoper in Berührung geriet. Nie begeistert war ich vom hohen Chlorgehalt und Geruch des Wassers in jener Zeit, der mir noch ewig später in der Nase lag, doch heute spüre ich gar nichts davon.

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Junge Schwimmerinnen und Schwimmer der verschiedenen Wuppertaler Wassersportvereine warten aufgeregt mit ihren Betreuerinnen und Betreuern auf abgesprochene Einsätze. Vor den großen Glasfenstern hat man im Wasser die neue Wendebrücke für Wett-
kämpfe hochgefahren und mit Blumen geschmückt. Die Moderation des Nachmittags liegt in den Händen von Ralf Beckmann und dann nimmt das Eröffnungsprogramm seinen Lauf:

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Oberbürgermeiser Peter Jung spricht in seiner Dankesrede von Investitionen von 16,6 Mio. Euro, 1,5 Mio. Euro Beteiligung vom Land NRW, der heute in dieser Form aufgrund der Sparbeschlüsse nicht mehr realisierbaren Umbauten in einer solcher Dimension. Er würdigt seine Amtsvorgänger Frau Ursula Kraus und Herrn Dr. Hans Kremendahl, die das Umbauvorhaben vor dessen Beginn im Jahr 2007 unterstützt hatten und dankt sodann allen am Umbau beteiligten Firmen und Personen. Nicht unerwähnt bleiben darf auch eine großzügige Spende der Jackstädt-Stiftung und des Fördervereins Schwimmoper. Glückwünsche kamen nicht etwa vom Ministerpräsidenten Rüttgers in Person, der sandte Werner Stürmann, Abteilungsleiter vom Sport-Innenministerium NRW. Dieser hoffte auf die Fortsetzung der glorreichen Zeiten des Schwimmleistungssports in Wuppertal aus der Vergangenheit. Jürgen Fornoff, Generalsekretär des Deutschen Schwimmverbandes gratulierte ebenso wie Klaus Fechtenhövel, Vorsitzender des Stadtsportbundes Wuppertal. Etliche Schwimmprominenz verfolgte die Reden und Grußworte von den Rängen aus, in denen auch an die Trainerlegende aus Wuppertals Südstadt und dessen Sportsgeist erinnert wurde: den leider verstorbenen Heinz Hoffmann.

Nach der Taufe des neuen Bades durch Wuppertals Ex-Schwimmstar Peter Nocke und OB Jung, hatten dann endlich Wuppertaler Schwimmaktive aller Altersgruppen aus hiesigen Schulen und Vereinen das Becken vereinnahmt und demonstrierten Ausschnitte ihres Könnens, der Jüngste 4, der Älteste 85 Jahre alt. Nach einem Tag der offenen Oper für alle Interessierten, einem Nostalgietag mit Eintrittspreisen wie früher, einem Frühschwimmertreffen und einer Saunanacht erfolgt nach den Ferien endlich wieder der Regelbetrieb für viele Wuppertaler Schulen und Vereine.

Sauna.

Ich sehe mir die umfangreichen Sanierungs- und Umbauarbeiten im Anschluss an die festliche Feier an und entdecke einen völlig erneuerten großzügigen Eingangsbereich. Mit einem behindertengerechten Aufzug kann man alle Ebenen des Bades erreichen. Die Fassade des Bades und die Treppenhäuser wurden zwar saniert, behielten aber ihre denkmalgeschützte Optik. Behindertengerechte Eingänge und Wege, ein neuer Fitness- und Doppelsaunabereich mit Bar, Salz- und Dampfgrotte, eine blickgeschützte Außenanlage, völlig renovierte Umkleiden und Duschen, Schließfächer für Behinderte, auch mit Blindenschrift versehen, und unterschiedliche Kachelfärbungen auf den Böden geleiten Sehbehinderte durch das Ertasten der unterschiedlichen Oberflächen mit den Füßen oder helfen Sehbehinderten durch die starken Farbkontraste von den Umkleiden zu den Becken.

Kleinkinder finden ihren Spaß nicht nur im Nichtschwimmerbecken sondern auch im kreisförmigen Kleinkinderbad. Ruheraum, Solarium, Kraftgeräteraum, Gymnastikraum und Cafeteria gehören zum neuen Erlebnisangebot in der Schwimmoper. Aqua-Fitness, Hydropower, Wasser- und Wirbelsäulengymnastik, Schwimmunterricht und Wassergewöhnung für Kinder werden in Kursform angeboten.

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Nach meinem Rundgang durch die neue alte Wasseroper in der Südstadt bin ich sehr beeindruckt, ob der vielen gelungenen Veränderungen zwischen Denkmalschutz und Neugestaltung. Energiesparmöglichkeiten im Bereich der Dämmung von Schwimmbecken und Fenstern, ausreichend Platz für mehrere Schulklassen im Eingangsbereich, ein neues Heizungssystem, zusätzliche Presse- und Nebenräume für künftig stattfindende internationale Wettkämpfe im Kurzstreckenbereich wurden berücksichtigt. Von 2007 bis 2010 hat man unermüdlich an der Sanierung der Schwimmoper gearbeitet, die nun nach der Schlüsselübergabe an den Badleiter Michael Borbecker und sein Team beendet sind. Aufgrund des langen Winters müssen nun noch letzte Verschönerungen am Außenbereich des Nordeinganges erfolgen. Großes Lob und Anerkennung zollten die vielen Besucher der gelungenen Umsetzung der Sanierung. Viele ältere Schwimmer schwärmten vom erhaltenen Charakter des Bades, das ursprünglich nach Plänen von Friedrich Metzelt in den Jahren 1955-1957 errichtet wurde und seinerzeit als eine architektonische Sensation galt.
 

"die Sitzende"

Von 1959 bis 1966 war die Plastik „die Sitzende" vor der Schwimmoper aufgestellt und diese ist nun wieder in den Eingangsbereich integriert. Neben unserer historischen Stadthalle fügt sich die Schwimmoper als wesentlicher Bestandteil der Baugeschichte unserer Südstadt in das Gesamtbild ein und wird hoffentlich viele Menschen zu einem Besuch in der Südstadt im Jahr des 400. Jubiläums unseres Stadtteiles Elberfeld animieren. Mit ein wenig Stolz und Freude verlasse ich mit einem sehr positiven Eindruck unsere Schwimmoper und bin froh, dass weder ein privates Spaßbad noch ein Eventcenter in die ehrwürdigen und nun ansprechend sanierten Räume des Stadtbades auf dem Johannisberg Einzug gehalten haben.

                                          

J.S.
Öffnungszeiten:
* Werktags 6.30-22 Uhr Mittwochs bis 13.00 Uhr
* Wochenende 9.00-18.00 Uhr
(Schul- und Vereinsaktivitäten sind zu beachten) 
Mehr Informationen:
www.schwimmoper.de/

http://de.wikipedia.org/wiki/Schwimmoper_(Wuppertal)

Mitteilung im Heft 2 / 2006 der Bürgerrvereinszeitschrift: