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In der Einladung hatte der Bürgerverein das Stück so angekündigt: Luise,
die Frau des biederen Beamten Theobald Maske, verliert auf einer
öffentlichen Parade ihre Unterhose. Theobald fürchtet um Amt und Würden
und beschließt zwei Zimmer zu vermieten, um die zu erwartenden
finanziellen Einbußen auszugleichen. Zwei junge Herren mieten sich ein,
um der jungen Frau Maske nahe sein zu können. Doch zunächst heftig
umschmeichelt geht sie am Ende leer aus, während ihr hochanständiger
Gatte, der Amt und Würden behält, einen Seitensprung mit der Nachbarin
riskiert. Heiter und bissig entblößt Sternheim die Doppelbödigkeit der
bürgerlichen Moral.
Nach einer kurzen Einführung im Bus durch
Herrn Schneehorst waren die Erwartungen wie immer sehr hoch gespannt.
Sie wurden schnell gedämpft, als wir uns mühsam über den
spärlich oder überhaupt nicht geräumten Weg vom Bus bis
in den Burghof und dann in völliger Dunkelheit die Treppe hoch
gekämpft hatten. Nach den Gesprächen später im Bus auf
der Rückfahrt waren die Meinungen über das Stück -
immerhin eine der meistgespielten Komödien an deutschen Theatern -
sehr geteilt. Sie gingen von Kritik an der schrillen und lauten
Darstellung bis zu totalem Unverständnis für die
Gleichsetzung der Haltung der Bürger in den Aufbaujahren des
beginnenden Wirtschaftswunders mit der Unterwürfigkeit und dem
Autoritätsglauben im Kaiserreich von 1911. Die Zeitversetzung in
die fünfziger Jahre sollte aber wohl ein besonders interessanter
Regie-Einfall sein. Wir waren aber eine Gruppe von fast
ausschließlich Zeitzeugen. Vielleicht ist die Reaktion
späterer Generationen ja eine andere. E.S.
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Ergänzende Informationen: |