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In jedem Frühjahr trifft
sich unser Bürgerverein zur Jahreshauptversammlung - seit
vielen Jahren im Reformierten Gemeindestift in der
Blankstraße. So fanden sich auch am 20. April wieder viele
Mitglieder und ein paar Gäste im schon vertrauten Kaminzimmer
ein. Vor Eintritt in die Tagesordnung wurden die seit dem letzten
Jahrestreffen verstorbenen Mitglieder mit einer Schweigeminute geehrt,
nachdem Hans Joachim Thias deren Namen verlesen hatte.
Rechenschafts-
bericht
In seinem Rechenschaftsbericht
erinnert Herr Thias insbesondere an die monatlichen Vorstandssitzungen,
drei Museumsbesuche im Alten Rathaus am Turmhof, das Martinsgans-Essen
im Restaurant "Pinocchio", einen Theaterbesuch auf Schloss Burg und an
die Reise nach Leipzig. Näheres hierzu findet sich jeweils an
anderer Stelle in unseren Heften.
Kassen-
bericht
Schatzmeisterin Brigitte Hagemeyer
trug den Kassenbericht vor, und die Kassenprüfer attestierten
wieder eine einwandfreie Buchführung. So konnte der Vorstand,
bei Enthaltung der betreffenden Personen, einstimmig entlastet werden.
neue
Satzung
Im Vorfeld der
Jahreshauptversammlung hatte Ralph Hagemeyer, stellvertretender
Vorsitzender und Jurist, sich eingehend mit der Satzung befasst, da sie
in einigen Punkten neu formuliert wurde, hauptsächlich mit dem
Ziel, auch für unseren Bürgerverein den
Gemeinnützigkeitsstatus beim Finanzamt zu bekommen. Bei der
peniblen Durchsicht der bisherigen Satzungsbestimmungen bemerkte Herr
Hagemeyer, dass wir uns bei den Wahlgängen schon seit etlichen
Jahren nicht hundertprozentig an den vorgesehenen Rhythmus gehalten
hatten, den die "Satzungsväter" in § 8 festgezurrt
hatten. Zwar werden alle Vorstandsmitglieder je zur Hälfte im
ersten oder folgenden Jahr für eine jeweils zwei Jahre
dauernde Amtsperiode gewählt, aber es ist nicht vorgesehen,
dass im einen Jahr alle ersten Vorstandsposten und im Folgejahr die
Reihe der Stellvertreter zur Wahl steht. Vielmehr ist im einen Jahr
jeweils der erste Vorsitzende, der stellvertretende
Schriftführer und der stellvertretende Schatzmeister sowie die
Hälfte der Beisitzer zu wählen, während im
Folgejahr dann der zweite Vorsitzende, der Schriftführer und
der Schatzmeister sowie die übrigen Beisitzer zu
wählen sind. Im Grunde ist das kein weltbewegender
Unterschied, aber als eingetragener Verein sollte man schon die
"Spielregeln" strikt einhalten. Deshalb wurden einige Vorstandsposten
dieses Mal nur mit einjähriger Amtsdauer gewählt, um
im nächsten Jahr wieder den von der Satzung vorgesehenen
Rhythmus voll erfüllen zu können.
Wahlen
Als Vorsitzender wurde Herr Thias
zur Wiederwahl vorgeschlagen und für weitere zwei Jahre
gewählt. Frau Hagemeyer (Schatzmeisterin) und Herr Dickmann
(Schriftführer) wurden für je ein Jahr in ihren
Ämtern bestätigt. Deren Stellvertreter, Ottfried
Schulze (2. Kassierer) und Hans-Jürgen Vitenius (2.
Schriftführer) wurden für jeweils zwei Jahre erneut
gewählt. Und Eva-Maria Buggert, Karin Ernst und Elmar
Schneehorst wurden als Beisitzer ebenfalls für zwei Jahre
wiedergewählt. Alle Kandidaten nahmen die Wahl, bei eigener
Enthaltung, an. Herr Dickmann und Frau Ernst konnten leider nicht
persönlich an der Jahreshauptversammlung teilnehmen; sie
hatten aber vorab ihr Einverständnis zur Wiederwahl gegeben.
Nach den Wahlgängen erläuterte Herr Hagemeyer kurz
die neue Satzung, deren wichtigste Änderung die
Gemeinnützigkeitsklausel betrifft. Hierzu gibt es
einschlägige Musterformulierungen des
Landesfinanzministeriums, die in unsere Satzung eingebaut wurde. Bei
der Abstimmung sprach sich die Mitgliederversammlung einstimmig (bei
einer Enthaltung) für die Neufassung aus.
Beim anschließenden TOP "Verschiedenes" kündigte
Herr Schneehorst an, dass die für Mai vorgesehene
Frankreichfahrt ( nach Compiègne) leider ausfallen muss,
weil die Mindestteilnehmerzahl nicht erreicht wurde. Die für
August vorbereitete Reise nach Karlsruhe werde aber stattfinden; hier
sind noch einige Plätze frei.
Herr Vitenius berichtete aus dem Vorstand, dass man diskutiert habe,
was der Bürgerverein heute seinen Mitgliedern bedeute, und
fügte selbstkritisch hinzu, man habe zurzeit nur wenige
Aktivitäten außerhalb von festen Terminen. Deshalb
richtete er die Frage an die Zuhörer: "Was erwartet man heute
vom Vorstand des Bürgervereins?"
Bürgersteige
unsauber
In der anschließenden
Aussprache wurde beklagt, dass die Stadt manche Bürgersteige
nur unbefriedigend reinige, obwohl hierfür Grundabgaben
erhoben würden. Außerdem seien einige
Straßen im Umfeld der Barmenia-Zentrale allmorgendlich ab 9
Uhr zugeparkt. Herr Vitenius, der auch Bezirksbürgermeister
ist, versprach, die Problematik in der Elberfelder Bezirksvertretung
aufzugreifen. Auch die mehrfach diskutierte Grünphase
für Fußgänger am Überweg
Blankstraße wurde noch einmal angesprochen.
Nach einer kleinen Pause stellte
Herr Thias den Gastreferenten
vor: Herrn Uwe Benn
von der Barmer Ersatzkasse. Er ist stellvertretender
Regionalgeschäftsführer Bergisch Land der BEK. Herr
Benn sprach zum Thema
"Gesundheitsfonds - Ruine oder
Erfolgsmodell?"
Mit der Gesundheitsreform sollen die von Jahr zu Jahr gestiegenen
Kosten im Gesundheitswesen nachhaltig gesenkt werden. Die gesetzlichen
Krankenversicherungen hatten steigende Leistungsausgaben zu
verzeichnen, die sich in ansteigenden Beitragssätzen
niederschlugen und zu erhöhten Lohnnebenkosten
führten.
Modelle für
Gesundheitsfonds
Ursprünglich waren
unterschiedliche Modelle für den Gesundheitsfonds in der
politischen Diskussion auf Bundesebene, zum Beispiel die
Kopfgeldzahlung mit einheitlicher Beitragsprämie für
jeden Versicherten, oder die Bürgerversicherung, der jeder
Bürger angehören sollte.
Beim Gesundheitsfonds sind drei Ebenen zu unterscheiden: Die
Einzahlungs-, die Auszahlungs- sowie die Zuzahlungsebene. Es wird ein
einheitlicher Beitragssatz für alle Versicherten von 15,5 %
eingezahlt, wobei der Arbeitnehmeranteil mit 8,2% etwas höher
als der Arbeitgeberanteil ausfällt (7,3 %). Hinzu kommt ein
Steuerzuschuss von 4 Milliarden Euro im Jahr 2009 bzw. 5,5 Milliarden
Euro im nächsten Jahr. Die Arbeitgeber- und
Arbeitnehmeranteile fließen an die Krankenkassen, die das
Geld an den Gesundheitsfonds weiterleiten. Jährlich kommen so
etwa 1 70 Milliarden Euro hierhin und werden an die Träger der
stationären und ambulanten Gesundheitspflege
(Krankenhäuser und kassenärztliche Vereinigungen)
weitergeleitet.
vereinheitlichter
Beitrag
Mit der Vereinheitlichung des
Beitragssatzes, der künftig von der Bundesregierung
festgesetzt wird, fallen die bisherigen Unterschiede zwischen den
Krankenkassen weg. Damit gibt es mehr Transparenz und weniger
Bürokratie für die Arbeitgeber, außerdem
mehr Kalkulationssicherheit. Allerdings hängt die Summe der
Einzahlungen in den Gesundheitsfonds auch von der wirtschaftlichen
Entwicklung, speziell auf dem Arbeitsmarkt ab. So werden nach einer
gemeinsamen Prognose des Bundesgesundheitsministeriums und der
Bundesversicherungsanstalt in diesem Jahr die Einnahmen ein Plus von
ca. 2,4 % verzeichnen, während auf der Ausgabenseite mit einem
Anstieg von 6,4 % zu rechnen ist.
Dass es im Gesundheitswesen um gewaltige Beträge geht,
erläuterte Herr Benn mit einem Beispiel: Jede Milliarde Euro,
die zusätzlich ins Gesundheitssystem fließt, also
z.B. an ambulante Ärzte oder Krankenhäuser
weitergeleitet wird, erfordert eine Steigerung des Beitragssatzes um
0,1 Prozent.
Facharzthonorare
nachbessern
Seit Jahresbeginn haben sich in
der Öffentlichkeit insbesondere Gruppen von
Fachärzten zu Wort gemeldet, die stark
rückläufige Zuweisungen der Fallpauschalen pro
Patient beklagen, die auch von Bundesland zu Bundesland teilweise
deutlich voneinander abweichen. Herr Benn führte dies auf die
unterschiedlichen Verträge zurück, die von den
einzelnen kassenärztlichen Vereinigungen und den Krankenkassen
ausgehandelt wurden. Er räumte aber ein, dass bei
Hausärzten, Augenärzten und Kinderärzten ein
Nachbesserungsbedarf bestehe.
Auch einige Fragen aus dem Publikum machten deutlich, dass der
Gesundheitssektor und die anstehende Reform uns auch in Zukunft
nachhaltig beschäftigen wird.
Nach dem Vortrag trafen sich Uwe Benn (BEK, 2. von links), Ottfried
Schulze, Hans-J. Thias, Brigitte und Ralph Hagemeyer vom Vorstand zum
Gruppenbild.
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