Barmenia-Neubau

Die Erweiterung und Sanierung der Hauptverwaltung der Barmenia war schon lange in Planung. Der Fund von Asbest - der "Wunderfaser" für Brandschutzmaßnahmen jeglicher Art  beschleunigte 2001 dann die Entscheidung der Leitung der Barmenia Versicherungen: Das Hauptgebäude der Versicherung am unteren Rand der Ronsdorfer Straße wird ersetzt durch einen Neubau.

Nach dreijähriger Planungsphase und mühseliger Kleinstarbeit, wurde am 14. September 2004 endlich der Grundstein für das Aufsehen erregende Bauprojekt gelegt. Die Bewohner protestierten und wetterten. Die Vorstellung einer Einschränkung der Aussicht durch eine gewaltige Betonmasse versetzte sie in Wut und so wurde kräftig "begehrt". Es wurden Unterschriftenaktionen gestartet und jede Menge Beschwerden eingereicht.

Doch die Barmenia war nicht faul, hatte alle Genehmigungen in der Hand und führte mit den Bürgern Gespräche, in denen sie diese intensiv über die Planung informierte und somit an dem Projekt teilhaben ließ. 

Und es gibt gute Argumente: Der neue Bau ist zwar hoch, dadurch aber kompakt und schafft Raum für glatte 9000m² zusätzlicher Grünfläche. Und nicht nur das Grün beschwichtigte die Bürger. Überzeugt hat auch der Bau einer Tiefgarage mit einigen hundert zusätzlichen Parkplätzen für die Belegschaft der Versicherung. So freuen sich nicht nur die Mitarbeiter, sondern auch die Anwohner, dass sich hier niemand mehr um Stellplätze streiten muss.

Der erste Teil des Neubaus ragt nun bereits mit seinen 35 Metern Höhe aus der Südstadt-Erde heraus. Insgesamt 3 "Riegel", so werden intern die einzelnen Häuser liebevoll genannt, werden 2010 zusammen die neue Hauptverwaltung der Barmenia Versicherungen bilden. Klassisch, puristisch, ohne Schnörkel und Edelstahl lassen die Architekten der Gruppe A.I.B, aus Duisburg die Gebäude-Riesen vor allem durch die Verwendung naturgetreuer Materialien glänzen. So strahlt dort Naturstein statt Edelstahl und anstatt durch aufwendige Konstruktionen besticht der Bau durch gerade Linien. Ziel ist ein harmonisches Einfügen in die Bergische Landschaft.

Gebaut wird ökologisch, sprich Energie sparend und klimatechnisch innovativ. So kann zum Beispiel durch sehr große Fenster fast gänzlich auf künstliches Licht verzichtet werden. Denn hell und freundlich soll es werden. "Von denen, die schon drüben sind, möchte

keiner mehr zurück", so der für den Bau verantwortliche Vorstand Norbert Lessmann.Und die Barmenianer machen alles mit. So gehen sie derzeit zum Mittagessen in das provisorisch eingerichtete Catering-Zelt, welches das ehemalige "Casino" vertritt und später dem Zwischenbau zwischen Riegel 1 und Riegel 2 weichen wird.

Wenn alle Bauarbeiten abgeschlossen sind, werden die 1350 Mitarbeiter der Hauptverwaltung in den drei Gebäuden untergebracht sein. Dann wird allein das alte EDV-Gebäude als Unterbau unter dem 1. Riegel noch von dem alten Haus übrig sein. 

Bis dahin ist es noch etwas hin, doch die Pläne geben Grund zur Hoffnung, dass dieses Projekt das Stadtbild eher belebt als verschandelt. Denn städtebaulich ist dieser Bau ein Highlight, der schon jetzt auch externe Besucher fasziniert.
Auf der Baustelle sieht es gut aus: Der Zeitplan ist eingehalten und bisher lief alles unfall- und katastrophenfrei. Bis 2010 können wir also alle neugierig den 3 Riegeln beim Wachsen zusehen. Und dann wird Wuppertal wieder um eine Attraktion reicher sein.

Sarah Richter

Weitere Information:

Bericht in der Vereinszeitschrift 1 / 2005  <hier klicken>
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