Gedenksteine in der ehemaligen Sagan-Kaserne

Auf dem Gelände der früheren Sagan-Kaserne, die heute einer der beiden Standorte des Technologiezentrums Wuppertal ist, befinden sich in einer Grünanlage vier Gedenksteine, auf die uns Bernd Kleinschmidt aufmerksam machte.

Der älteste Gedenkstein stammt aus Niederschlesien. Er war in den zwanziger Jahren zu Ehren der im Ersten Weltkrieg gefallenen Kameraden zweier Artillerie-Regimenter in Sagan eingeweiht worden. Als im Mai 1938 das Artillerie-Regiment 76 von Schlesien nach Wuppertal verlegt wurde, brachte die Einheit dieses Erinnerungsstück mit. Die neue Kaserne auf den Südhöhen wurde nach der Stadt Sagan benannt, und der Gedenkstein wurde im Eingangsbereich der Sagan-Kaserne platziert.

Sagan-Kaserne
Gesamtbild der Anlage mit den Bäumen und Gedenksteinen

Im Oktober 1957 wurde ein weiterer Ehrenstein aufgestellt, der an die im Zweiten Weltkrieg gefallenen und vermissten Kameraden des Panzer-Artillerie-Regiments 76 erinnert. Als Anfang der achtziger Jahre die Freudenberger Straße zu großen Teilen unter der neu trassierten L 418 verschwand, wurden beide Gedenksteine vor dem Stabsgebäude innerhalb des Kasernengeländes zu einer gemeinsamen Gedenkstätte vereint. In der Sagan-Kaserne war inzwischen eine andere Einheit stationiert: das Fernmeldebataillon 810, von 1963 bis zu seiner Auflösung im Jahre 1993. An dieses Bataillon erinnert der "Fernmelderstein", der nach Angaben von Bernd Kleinschmidt der einzige Erinnerungsstein an die Bundeswehr im Stadtgebiet Wuppertal ist. Der Stein trägt die mehrzellige Inschrift "Fm-Btl 810 / Sagan-Kaserne 1993".

4 Gedenksteine

Die vier Gedenksteine. Die eine Tafel (links) ist teilweise von Schnee bedeckt

Der vierte Gedenkstein wurde für Generaloberst Hoepner aufgestellt. Erich Hoepner kam 1937 als Generalmajor nach Wuppertal, ehe er im Dezember 1938 nach Berlin versetzt wurde. Im Zweiten Weltkrieg widersetzte sich Hoepner beim Russlandfeldzug ausdrücklich einem Führerbefehl und wurde Anfang 1942 aus der Wehrmacht ausgestoßen. Später kam er zur Widerstandsgruppe um Stauffenberg, dessen Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 scheiterte. Wenige Tage später wurde Erich Hoepner zum Tode verurteilt und hingerichtet.


Hoepner-Gedenkstein


Der Gedenkstein für Generaloberst Hoepner

Im Oktober 1969 wurde in einer Feierstunde am Freudenberg die bisherige Saarburg-Kaserne in Generaloberst- Hoepner-Kaserne umbenannt. Gleichzeitig wurde der Gedenkstein mit dem Reliefbildnis Hoepners enthüllt. Heute werden die Gebäude dieser Kaserne von der Universität genutzt (Campus Freudenberg). Nach dem Abzug der letzten Bundeswehreinheiten aus den Kasernen am Lichtscheid fand Hoepners Gedenkstein seinen heutigen Platz an der Lise-Meitner-Straße, gegenüber vom Neubau der Firma Delphi.

In einem weiteren Schreiben an die Stadtverwaltung, die Bezirksvertretung Elberfeld und unseren Bürgerverein lenkt Bernd Kleinschmidt auch den Blick auf die Bäume, die die Grünfläche mit den vier Gedenksteinen umrahmen. Zum Tag des Baumes wurden im Herbst 1983 fünf Rosskastanien von den Vertrauensleuten des Fernmeldebataillons gepflanzt, das damals 20 Jahre alt wurde. Zwei dieser jüngeren Bäume wurden beim Umbau der Kaserne zum Technologiezentrum entfernt. Aber die verbliebenen drei jüngeren Kastanien bilden zusammen mit fünf älteren Bäumen und den Gedenksteinen eine erhaltenswerte Einheit. Kleinschmidt regt an, die vier Gedenk- und Erinnerungssteine unter Denkmalschutz zu stellen und die Baumgruppe als Naturdenkmal einzustufen. Beide Anregungen werden von unserem Bürgerverein begrüßt, zumal durch den Wegfall der Baumschutzsatzung solchen Bäumen mehr Aufmerksamkeit und Schutz geboten werden muss.