Vorwort

Liebe Mitglieder,
sehr geehrte Damen und Herren,

im vorigen Heft hatte ich mich mit den Nichtwählern zur Kommunalwahl befasst. Und wie sieht es mit den Wählern aus?
Die Wähler haben acht Parteien in den Stadtrat gewählt. Es entstand ein echtes Patchwork-Parlament, in dem keine Partei die Mehrheit hat. Da jede Partei Rede- und Einwenderecht hat, sind die Sitzungen entsprechend länger. Die Partei mit den meisten Sitzen will keine Koalition bilden; bei Entscheidungen will man sich die nötigen Mehrheiten suchen. Die großen Würfe für die Stadt werden meiner Ansicht nach bei einer solchen Einstellung nicht gelingen. Es sieht mir eher so aus, als wolle man sich verstecken, damit der Wähler später nicht sagen kann, dafür seid ihr verantwortlich. So wird der Stadtrat nur verschwommen wahrgenommen. Schon in der letzten Wahlperiode (1999-2004) hat der Wähler überhaupt nicht gemerkt, dass er konservativ regiert wurde. Auch ist ihm schon damals nicht bewusst geworden, dass ein linker Oberbürgermeister rechte Beschlüsse umsetzen musste. Nach der Landtagswahl haben die neuen Abgeordneten euphorisch verkündet, sie würden sich für Wuppertal einsetzen. Ich bin gespannt, ob nun mehr für unseren Döppersberg und unsere Schwebebahn herauskommt. Da jetzt alle Abgeordneten des Bergischen Landes der Regierungspartei angehören, erwarte ich, dass einmal etwas mehr für unsere Region herausspringt.
Apropos Wahl: in knapp drei Monaten steht bereits der nächste Urnengang an. Wieder möchte ich Sie bitten: gehen Sie zur Wahl! Es wird eine Richtungswahl und sie wird darüber entscheiden, wie entwickelt sich unsere Republik in den nächsten Jahren.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Hans J. Thias
Vorsitzender des Bürgervereins ,

Zu unserem Titelbild: Die Doppelhäuser der Karl-Theodor-Straße wurden zwischen den beiden Weltkriegen erbaut.