"Die Wupper"

am 21. November 2004 im Schauspielhaus

Der Besuch der Aufführungen des Westdeutschen Tourneetheaters im Rittersaal von Schloss Burg ist für unseren Bürgerverein zu einer beliebten Tradition geworden, wie nicht zuletzt die starke Nachfrage nach den angebotenen Karten Jahr für Jahr beweist. Im Vorstand wurde deshalb angeregt, unser Theaterangebot auszudehnen auf eine Aufführung der Wuppertaler Bühnen, deren Schwierigkeiten wir alle aus den Medien kennen, deren trotz allem bemerkenswertes Niveau unter Generalintendant Gerd Leo Kuck aber immer wieder unter Beweis gestellt wird.

Da zum Zeitpunkt unserer Vorstandsgespräche "Die Wupper" gerade seit kurzer Zeit im Programm stand, fiel unsere Entscheidung einstimmig auf Else Lasker-Schülers Werk. Wir glaubten, das unserer großen Wuppertaler Dichterin, Lyrikerin und Expressionistin ganz einfach schuldig zu sein, obwohl wir uns darüber klar waren, dass "Die Wupper" von Verständnis und Spielbarkeit her nicht gerade zu den einfachen Stücken gehört.

Locker gefügte
Szenenfolge

Ohne den strengen Handlungsablauf des klassischen Dramas sahen wir eine locker gefügte Szenenfolge grell aufleuchtender Momentaufnahmen von der Villa der Fabrikbesitzerin über Arbeitermiethäuser bis zum Rummelplatz mit einem vielgestaltigen bunten Figurenreigen. Die Berührungspunkte zwischen der Fabrikantenfamilie Sonntag und der Arbeiterfamilie Pius markieren die szenischen Höhepunkte, die aus sozialen und religiösen Gegensätzen leben. Das reißende Gefälle von Reich zu Arm bestimmt das Schicksal des Einzelnen. Drei Herumtreiber paraphrasieren die Gebundenheit der menschlichen Existenz in einer sich verfinsternden Welt.

Erhöhtes
Kartenkontingent

Etwas unerwartet mussten wir unser vorgesehenes Kartenkontingent erhöhen und verzeichneten schließlich 32 Teilnehmer. Vielleicht hat dazu auch der frühe Termin, sonntags um 18 Uhr beigetragen, der besonders den älteren Mitgliedern entgegenkam.

Kritik

In der Pause mussten wir uns teilweise harscher Kritik einiger Mitglieder stellen, die sich nur auf die Inszenierung mit einigen drastischen Passagen bezog und nicht mit Anerkennung für das gesamte Ensemble geizte. Einige Kritik wurde von Mitgliedern zurückgenommen oder abgeschwächt, die an der anschließenden Kritik noch teilnahmen.

Insgesamt war es aber ein bemerkenswerter Abend, den man so schnell nicht vergisst.


"Sonny Boys"

am 22. Januar 2005, Westdeutsches Tourneetheater, Schloss Burg.

Mit "Sonny Boys" von Neu Simon erwartete im Rittersaal von Schloss Burg reiner "Spaß an der Freud". Der Autor ist einer der erfolgreichsten Broadway-Autoren Amerikas, sein Stück "Sonny Boys" den meisten von uns aus Film oder Fernsehen mit renommierten Darstellern bekannt. Es ist eine humorvolle Studie über die auf Hassliebe gegründete private Dauerfehde zweier alt gewordener Schauspieler, die sich noch längst nicht zum alten Eisen gehörig empfinden. Die beiden Remscheider Protagonisten, Matthias Clauß und Jaschi Jaschinski haben ihre Rollen nicht mehr nur gespielt, sie haben sie nahezu gelebt und uns alle immer wieder zu wahren Begeisterungsstürmen hingerissen.

Auf der Rückfahrt im Bus gab es nur ein Thema: "Es war toll!" Was mögen uns die Remscheider im nächsten Jahr bringen?

Herzlichen Dank an das Ehepaar Brandau, in dessen Händen die Organisation dieses Abends lag.

Elmar Schneehorst

Links zu den Theatern und ihren Programmen:

www.wuppertaler-buehnen.de

http://www.wtt-remscheid.de/Seiten/Spielplan2004-06.htm