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Besuch der Slevogt-Ausstellung Am 13. April 2005 besuchten wir im Von der Heydt-Museum die Sonderausstellung über Max Slevogt. Damit lernten wir jetzt den dritten der Hauptvertreter des deutschen Impressionismus näher kennen. Im Sommer 1999 hatten wir uns im ehemaligen Rathaus am Turmhof die große Retrospektive über Lovis Corinth (1858-1925) angeschaut und im Frühjahr 2004 am selben Ort an der "Poesie des einfachen Lebens" in den Werken von Max Liebermann (1847-1935) erfreut.
Werdegang
Triptichon Im Jahre 1901 hielt sich Slevogt mehrere Monate lang in Frankfurt am Main auf, wo er im dortigen Zoo Motive für zahlreiche Ölbilder und Aquarelle fand. Sein besonderes Augenmerk galt dabei Raubtieren und Papageien. Einige von diesen Werken sahen wir in der Ausstellung. Noch im Laufe desselben Jahres verlegte Max Slevogt seinen Wohnsitz nach Berlin. Schon seit etwa einem Jahrzehnt begann Berlin als rasch wachsende Reichshauptstadt und neue Kunstmetropole der bayerischen Hauptstadt als Zentrum der Künstler den Rang abzulaufen.
Aufenthalte Champagnerlied (Don Giovanni), 1902
Slevogt war auch ein großer Musikfreund. Als talentierter Sänger und Pianist verehrte er insbesondere Wagner und Mozart und pflegte Freundschaften mit Musikern. Die Verbindung seiner malerisch-zeichnerischen mit der musikalischen Begabung äußerte sich vor allem am Beispiel des seinerzeit weltberühmten portugiesischen Sängers Francisco d'Andrade (1859-1921). Als Slevogt den Baritonsänger in der Gestalt des Don Giovanni in Mozarts gleichnamiger Oper malte, gelang ihm mit dem Rollenporträt der künstlerische Durchbruch. Dieses als "Champagnerlied" bezeichnete großformatige Bild (1902) zeigt den Sänger, ganz in Weiß mit Goldbesatz gekleidet, auf der Opernbühne. Ein zweites Bild dieses Sängers in der gleichen Rolle zeigt ihn ganz in Schwarz; hier hat Slevogt sich wohl von einem Werk Edouard Manets (1832-1883) von einer Hamlet-Aufführung beeinflussen lassen. Slevogt fertigte auch verschiedene Porträtskizzen des Sängers an. Eine ganze Anzahl in Öl gemalter Porträts sahen wir im großen Saal der Wechselausstellung. Außerdem war es reizvoll, verschiedene Selbstbildnisse Max Slevogts zu betrachten - mal mit Pinsel und Palette in der Hand (um 1895), später mit Vollbart (1903) und schließlich mit schwarzem Hut (1913). Slevogt starb im September 1932 in Neukastel und erhielt sein Grab im Garten seines einstigen Sommersitzes. In den zwanziger Jahren hatte Max Slevogt für sein Haus Wand- und Deckengemälde geschaffen: Szenen aus Opern von Mozart und Wagner schmücken das Musikzimmer, während die Bibliothek Szenen aus Homer, Shakespeare, Lederstrumpf und 1001 Nacht bietet. Das war aber nicht mehr Thema der Ausstellung im Museum am Turmhof, da dort Slevogts Berliner Jahre im Mittelpunkt standen.
Der Impressionismus entstand in den sechziger und siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts in Frankreich mit Edouard Manet (1832-1883) und Claude Monet (1840-1926). Er war eine Gegenbewegung auf die erstarrte und glatte Ateliermalerei, wie sie an den Akademien gelehrt wurde. Die Impressionisten wollten die Natur und ihre Erscheinungen in unverfälschter Wiedergabe (Freilichtmalerei) zeigen, wobei sie rein sinnlich erfasste Eindrücke in ihrer Zufälligkeit, Augenblicklichkeit und Flüchtigkeit festhielten, ohne die Bilder in allen Details mit festumrissenen Formen zu gestalten. Nicht der einzelne Pinselstrich, sondern der beim Betrachter entstehende Gesamteindruck war wichtig. Der deutsche Impressionismus, dessen Beginn etwa 25 Jahre später anzusetzen ist, unterscheidet sich vom französischen Vorbild u.a. dadurch, dass einige der deutschen Künstler auch mythologische oder historische Themen für ihre Bilder wählten. So hat zum Beispiel Lovis Corinth u.a. Motive wie "Versuchung des hl. Antonius" oder "Florian Geyer" gemalt. Slevogt malte z.B. in seinem letzten Lebensjahr das Kreuzigungsfresko für die neu erbaute Friedenskirche zu Ludwigshafen; das Fresko wurde im Zweiten Weltkrieg bei Luftangriffen 1943/44 zerstört.
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