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“Südwind”
vermittelt Frauen Rückenwind zur Selbsthilfe
Im vorletzten Heft
haben wir den Stadtteiltreff am Unteren Grifflenberg vorgestellt, der
gemeinsam vom Internationalen Bund, der Gemeinnützigen
Wohnungsbaugesellschaft Wuppertal (GWG) und dem Land
Nordrhein-Westfalen finanziert wird. Nun hat Marlies Pehl eine
Zwischenbilanz gezogen. Die engagierte Sozialarbeiterin leitet dieses
Projekt. Der “Südwind” wendet sich
speziell an alleinerziehende Frauen, Einheimische und
“Zugereiste”. Von den Letzteren sind viele als
Migrantinnen nach Wuppertal gekommen, die aber nicht mehr unter den
Status von Asylsuchenden fallen. Allerdings muss bei den meisten Frauen
der Aufenthalt nach einem Jahr wieder verlängert werden, weil
sie Sozialhilfe beziehen.
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Leiterin Marlies Pehl vor dem Eingang des
Stadtteiltreffs “Südwind“
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In den
Räumen in Sichtweite der Christuskirche treffen sich die
Frauen mit ihren Kindern zum gemeinsamen Frühstück,
zu Sprachkursen und zur Hausaufgabenbetreuung, zur Beratung und
weiteren regelmäßigen Angeboten (Übersicht
dazu im Kasten).
Rund 60
% der Besucherinnen sind Migrantinnen. Für sie ist es
besonders wichtig, die deutsche Sprache in Wort und Schrift zu
erlernen, um sich in den vielfältigen Anforderungen des
Alltags zurecht zu finden. Hier leistet der
“Südwind” mit seinem Sprachkurs wichtige
Hilfe, zumal die Kinder während des Kurses betreut werden und
die Mütter sich voll auf den Unterricht konzentrieren
können. Ohne ausreichende deutsche Sprachkenntnisse
stoßen Migrantinnen bei der einheimischen
Bevölkerung verstärkt auf Vorurteile, nicht zuletzt
bei der Wohnungssuche und anderen Problemen. Wenn ein Schulabschluss
fehlt und die Frauen bisher als Hausfrau und Mutter tätig
waren, gestaltet sich die Suche nach einer Erwerbsarbeit sehr
schwierig. Und auch im Umgang mit Ämtern und Behörden
wird unzureichendes Sprachvermögen oft zum Handikap, wo schon
manche deutschen Landsleute im bürokratischen Dickicht ihre
liebe Last haben.
Insgesamt sind Frauen und Kinder aus 12
Ländern im Stadtteiltreff vertreten. So lernen die
Besucherinnen auch gegenseitig andere Kulturen, Bräuche und
Situationen kennen. Zum gemeinsamen Erlebnis wurde die multikulturelle
Vielfalt im vorigen Sommer, als man sich am 1. August 2003 zum
Nachbarschaftsfest auf der großen Wiese in der GWG-Wohnanlage
traf (wir berichteten davon in Heft 2/2003).
Aber
neben diesem freudigen Ereignis muss Frau Pehl auch oft den Frauen mit
Rat und Tat helfen. So geraten manche alleinerziehenden Frauen mit
ihrem knappen Finanzspielraum in Mietrückstände oder
Überschuldung. Dann drohen Räumungsklage und Verlust
der Wohnung oder es gibt Probleme mit der Nachbarschaft. Dazu kommen
schnell Einsamkeit und Isolation, auch psychische Probleme. Wer mit
diesen Belastungen allein bleibt, findet ohne Beratung oder Begleitung
nur schwer einen Ausweg. Deshalb bieten die Mitarbeiterinnen beim
Südwind auch Hausbesuche bei Hilfsbedüftigen an
(aufsuchende Beratung).
“Deshalb
ist es notwendig, dass Migrantinnen umgehend einen Sprachkurs besuchen,
um die deutsche Sprache zu erlernen oder ihre Kenntnisse zu
verbessern”, unterstreicht Marlies Pehl. “Und es
geht auch darum, dass die Frauen praktische Dinge lernen: Wie
telefoniere ich, wie rufe ich beim Kinderarzt an und lasse mir einen
Termin geben. Der Unterricht geht also auf die Lebenssituation der
Frauen ein und befähigt sie so, ihre Aufgaben
selbständig zu übernehmen. Auch die
weiterführenden Sprachkurse, zu deren Besuch ich die Frauen
motiviere und an denen sie teilnehmen, verfolgen das Ziel der
zunehmenden Selbständigkeit.”
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