Buch zum Gelpetal wieder erhältlich

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Der Käshammer um 1902. Er gilt als Wahrzeichen des Gelpetals. Im Untergeschoß (rechts vom Damm) war das Hammerwerk, im Stockwerk darüber (mit den großen Fenstern) eine Seidenweberei untergebracht.

Schon seit etwa 500 Jahren wird im Bergischen Land Eisen verarbeitet. Die an Niederschlägen nicht arme Landschaft wird von vielen Bachläufen durchzogen, die man zum Antrieb von Schleifkotten und Hammerwerken benutzte. Im Gelpe- und Saalbachtal gab es eine Vielzahl solcher Anlagen, von denen die meisten längst wieder verfallen und abgerissen sind.

Der Remscheider Heimatkundler Egon Viebahn hatte sich schon in den siebziger Jahren auf die Suche nach Überbleibseln dieser Gewerbe gemacht. In dem Arbeitskreis Historisches Gelpetal wurde ein Konzept für einen Lehrpfad entwickelt, der am 1. Juni 1980 eröffnet wurde. Drei Jahre später erschien erstmals das Buch zu dem Industrie-Geschichtspfad “Historisches Gelpetal”. Der Band von 1983 enthält alle Schautafeln, die an den früheren Standorten der Werkstätten aufgestellt wurden, ergänzt mit vielen historischen Abbildungen und erläuternden Texten. So kann man die einzelnen Stationen nach einer Wanderung bequem zu Hause nacharbeiten und vertiefen.

Viehbahns Buch
zeitweilig vergriffen

Inzwischen sind zwanzig Jahre verflossen, Viebahns Buch war längst vergriffen. Nun konnte eine verbesserte zweite Auflage erscheinen, die allerdings einer Starthilfe bedurfte. Sieben Heimat- und Bürgervereine (darunter auch unser Südstädter Verein) sowie die Wuppertaler und Remscheider Abteilungen des Bergischen Geschichtsvereins leisteten finanzielle Unterstützung, um das Wiedererscheinen des Buches zu einem erträglichen Preis zu ermöglichen.

Die jetzige Neubearbeitung enthält eine ganze Anzahl neuer, zum Teil auch farbiger Abbildungen. Zu den meist liebevollen Perspektiven alter Ansichtskarten und Gruppenfotos der einstigen Mitarbeiter gesellt sich manches ernüchternde Dokumentarbild aus späterer Zeit.

Fachbegriffe erläutert

Viebahn zeigt anschaulich in zusätzlichen Zeichnungen, wie ein Hammer oder Schleifkotten angelegt war mit seinem Teich, in dem das Wasser für das Antriebsrad gestaut wurde, und erläutert die verschiedenen Fachbegriffe wie Flutgraben, Obergraben usw.

Das Buch zum Gelpetal wird Kenner des Lehrpfads begeistern und bei neuen Lesern Interesse für ein lebendiges Stück Vergangenheit wecken, dass auch künftigen Generationen erhalten bleiben muss!

Egon Viehbahn:
Hämmer und Schleifkotten im Gelpetal, 2. neu bearbeitete und erweiterte Auflage, Born-Verlag Wuppertal 2003, ISBN: 3-87093-033-0, 112 Seiten, Preis: 12,- Euro.


Mehr Informationen:

Wikipedia zum Gelpetal: